Geringere Getreideernte in Schleswig-Holstein erwartet
Geringere Getreideernte in Schleswig-Holstein

Das Statistikamt Nord rechnet für dieses Jahr mit einer etwas geringeren Getreideernte in Schleswig-Holstein als im Vorjahr. Grundlage der Schätzung ist die Bodennutzungshaupterhebung, deren vorläufige Ergebnisse Ende Juni vorlagen. Demnach wird auf fast 650.000 Hektar Ackerfrüchte angebaut – das entspricht gut 41 Prozent der Landesfläche.

Erntemenge unter dem Sechsjahresschnitt

Für Getreide (ohne Körnermais) erwartet die Behörde eine Menge von rund 2,3 Millionen Tonnen. Das wären knapp fünf Prozent weniger als 2015 und liegt knapp unter dem sechsjährigen Durchschnittswert. Die Anbaufläche für Wintergetreide, das im Herbst gesät wird, verringerte sich um knapp drei Prozent auf rund 239.000 Hektar.

Winterweizen bleibt wichtigste Getreideart

Mit voraussichtlich mehr als 1,1 Millionen Tonnen auf gut 128.000 Hektar entfällt der größte Teil der Erntemenge auf Winterweizen einschließlich Dinkel. Das wäre ein Rückgang von fast neun Prozent gegenüber dem Vorjahr, begründet durch eine geringere Anbaufläche und derzeit etwas niedrigere Ertragserwartungen.

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Rapsernte ebenfalls rückläufig

Das Statistikamt Nord erwartet auch eine geringere Rapsernte als 2025. Die Anbaufläche wurde um knapp drei Prozent auf 61.000 Hektar reduziert, die Ertragserwartung steigt nur minimal. Prognostiziert werden rund 234.000 Tonnen – zwei Prozent weniger als im Vorjahr und knapp 14 Prozent unter dem sechsjährigen Durchschnittswert.

Silomais legt an Fläche zu

Die häufigste Kultur in Schleswig-Holstein bleibt Silomais. In diesem Jahr wächst er auf mehr als 170.000 Hektar, ein Plus von gut neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Prognose beruht auf den Einschätzungen von 480 Ernteberichterstattern zum Stand Ende Juni. Da die Ernte zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen hatte, können die endgültigen Ergebnisse je nach Witterungsverlauf abweichen, betonte das Statistikamt.

Regionale Unterschiede laut Landwirtschaftskammer

Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hatte vor wenigen Tagen auf regional unterschiedliche Ernteergebnisse hingewiesen. Bei der Wintergerste seien die Erträge vor allem im Norden gut. Im Südosten hingegen gebe es Einschränkungen durch Trockenheit und Hitze. Starke Gewitter Mitte Juli hätten vor allem im Süden des Landes teils erhebliche Schäden in allen Kulturen verursacht.

Raps unter günstigen Bedingungen

Beim Raps deuten die ersten Ergebnisse auf zufriedenstellende Erträge hin. Die Witterungsbedingungen im ersten Halbjahr 2026 seien insgesamt günstig gewesen, der Krankheitsdruck überwiegend niedrig. Regional sei jedoch ein erhöhter Befall durch die Kohlschotenmücke aufgetreten, die erheblichen Schaden an Raps anrichten kann.

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