LaVita im Test: BILD-Ernährungswissenschaftler kritisieren teures Konzentrat
LaVita im Test: BILD-Expertinnen kritisieren teures Konzentrat

Das bayerische Vital-Konzentrat LaVita sorgt weiterhin für Diskussionen. Nach der Auszeichnung mit dem „Goldenen Windbeutel“ von Foodwatch als dreisteste Werbelüge des Jahres 2026 und einer kontroversen Debatte im Internet haben nun die Ernährungswissenschaftlerinnen der BILD-Redaktion das Produkt unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: LaVita ist teuer und kann eine ausgewogene Ernährung nicht ersetzen.

Foodwatch kürt LaVita zur Werbelüge des Jahres

Die Verbraucherschützer von Foodwatch warfen LaVita vor, mit übertriebenen Gesundheitsversprechen zu werben. Das Konzentrat bestehe im Wesentlichen aus Frucht- und Gemüsesäften mit zugesetzten Vitaminen und Mineralstoffen – zu einem Preis von rund 100 Euro pro Liter. LaVita-Chef Gerd Truntschka, früher Eishockey-Star, konterte bei BILD: „Natürlich hat das Thema für Aufmerksamkeit gesorgt und viele Fragen ausgelöst, weil ein komplexes Produktkonzept auf plakative Vorwürfe und falsche Darstellungen reduziert wurde.“

Ernährungswissenschaftlerin Sophie Brunke: „Kein Ersatz für ausgewogene Ernährung“

Sophie Brunke, Ernährungswissenschaftlerin bei BILD, betont: „Ein täglicher Löffel Nährstoffkonzentrat kann keine ausgewogene Ernährung ersetzen. Wer wirklich einen Mangel hat, sollte ihn ärztlich abklären lassen und dann gezielt genau das ergänzen, was fehlt.“ Sie verstehe aber, dass Menschen in stressigen oder Krankheitsphasen zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen. „LaVita sollte nicht als Rundum-sorglos-Lösung verstanden werden, sondern als kleine Stütze, wenn der Alltag gerade nicht optimal läuft.“ Allerdings wünscht sie sich von Herrn Truntschka einen faireren Preis: „100 Euro pro Liter sind einfach zu viel.“

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Julia Freiberger: Health Claims für einzelne Stoffe, nicht für das Gesamtprodukt

Julia Freiberger, ebenfalls Ernährungswissenschaftlerin in der BILD-Redaktion, analysierte die Zutatenliste: „Auf den ersten Blick wirkt LaVita durch die lange Zutatenliste mit über 70 Obst-, Gemüse- und Kräutersorten besonders beeindruckend. Das klingt nach einem Rundum-Paket – schließlich wirbt der Hersteller unter anderem mit Vorteilen für das Immunsystem, den Energiestoffwechsel, Haut und Haare oder die Schilddrüse.“ Sie weist jedoch darauf hin: „Diese Aussagen beruhen auf zugelassenen Health Claims für einzelne Vitamine und Mineralstoffe im Produkt. Das bedeutet nicht automatisch, dass LaVita als Ganzes gesunden Menschen einen zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen bringt. Wer sich ausgewogen ernährt, braucht ein solches Produkt in der Regel nicht. Und wenn man Vitamine ergänzen möchte, gibt es dafür oft deutlich günstigere Alternativen.“

BILD-Sparfochs Frank Ochse: „Teuer, aber nicht schädlich“

BILD-Sparfochs Frank Ochse äußerte sich in einem Video ebenfalls zu LaVita: „Es ist teuer, aber schadet auch nicht.“ Diese Aussage spiegelt die ambivalente Haltung vieler Verbraucher wider, die zwischen Nutzen und Kosten abwägen.

Fazit der Expertinnen: LaVita kein Muss für Gesunde

Zusammenfassend raten die BILD-Ernährungswissenschaftlerinnen von einem pauschalen Einsatz von LaVita ab. Für Menschen mit ausgewogener Ernährung sei das Produkt überflüssig. Bei nachgewiesenen Mangelzuständen sei eine gezielte Supplementierung nach ärztlicher Abklärung sinnvoller. Der hohe Preis von rund 100 Euro pro Liter stehe zudem in keinem Verhältnis zum tatsächlichen Nutzen. LaVita könne allenfalls als temporäre Stütze in stressigen Phasen dienen, nicht aber als dauerhafter Ersatz für eine gesunde Ernährung.

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