Die Deutsche Bahn greift zu einem radikalen Mittel: An allen 5400 Bahnhöfen in Deutschland wird der Konsum von Alkohol verboten. Der Schritt dient der Sicherheit von Mitarbeitern und Fahrgästen, wie die Bahn am Dienstag mitteilte. BILD liegt die exklusive Information vorab vor.
Hintergrund des Verbots
Die Entscheidung fiel nach einer Reihe von Vorfällen, bei denen alkoholisierte Personen andere Reisende und Bahnmitarbeiter belästigt oder angegriffen haben. Nach Angaben der Bundespolizei stieg die Zahl der Gewalttaten an Bahnhöfen im vergangenen Jahr um rund 15 Prozent. „Die Sicherheit unserer Fahrgäste und Mitarbeiter hat oberste Priorität. Mit dem Alkoholverbot setzen wir ein klares Zeichen“, sagte eine Bahnsprecherin.
Durchsetzung des Verbots
Das Verbot gilt ab sofort und wird von Sicherheitskräften und der Bundespolizei überwacht. Bei Verstößen drohen Platzverweise und Bußgelder von bis zu 500 Euro. Die Bahn appelliert an die Vernunft der Reisenden: „Wir setzen auf Einsicht, werden aber bei Bedarf konsequent durchgreifen“, so die Sprecherin weiter. An großen Bahnhöfen wie Berlin Hauptbahnhof oder München Hbf sind bereits zusätzliche Sicherheitskräfte im Einsatz.
Reaktionen auf das Verbot
Während Fahrgastverbände das Verbot begrüßen, zeigen sich einige Reisende skeptisch. „Ich finde es übertrieben, dass man nicht mal ein Bier am Gleis trinken darf“, sagt ein Pendler aus Frankfurt. Die Bahn verweist jedoch auf die positive Erfahrung in anderen Ländern: In Schweden und Japan gelten bereits ähnliche Regelungen, die zu einem deutlichen Rückgang von Zwischenfällen geführt haben.
Auswirkungen auf den Bahnbetrieb
Das Alkoholverbot ist Teil eines umfassenderen Sicherheitspakets, das auch verstärkte Videoüberwachung und mehr Präsenz von Sicherheitspersonal vorsieht. Die Bahn investiert dafür einen zweistelligen Millionenbetrag. „Wir wollen, dass sich alle Fahrgäste sicher fühlen können – das ist unser Ziel“, betont die Bahnsprecherin.



