Missbrauch: Berliner Fälle leicht gesunken, Brandenburg steigt
Missbrauch: Berlin minus, Brandenburg plus

Die Zahl der registrierten Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs ist in Berlin im Jahr 2025 leicht zurückgegangen, während Brandenburg einen erneuten Anstieg verzeichnet. Laut dem Bundeslagebild „Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ des Bundeskriminalamts (BKA) zählte die Polizei in der Bundeshauptstadt 1.013 Fälle – 45 weniger als im Vorjahr. In Brandenburg stieg die Zahl dagegen von 413 auf 445 Fälle.

Bundesweiter Trend: Deutlicher Anstieg in fünf Jahren

Im Jahr 2023 wurden in Berlin 911 und in Brandenburg 434 Fälle registriert, 2022 waren es in Berlin 935 und in Brandenburg 398. Bundesweit legten die Zahlen in den vergangenen fünf Jahren deutlich zu: 17.126 Fälle wurden 2025 bundesweit gezählt – rund 1.600 mehr als noch 2021. Im Vergleich zu 2024 erhöhte sich die Zahl der Fälle um 772. Die Ermittlungen ergaben erneut, dass in mehr als der Hälfte der Fälle zwischen Opfern und Tatverdächtigen eine Vorbeziehung bestand. Bei Jugendlichen stieg die Zahl von 1.191 auf 1.239 Fälle. Als Kinder gelten strafrechtlich Personen unter 14 Jahren.

Hellfeldstatistik mit Dunkelfeld

Die Statistik zeigt nur das polizeiliche Hellfeld – also der Polizei bekannt gewordene und bearbeitete Straftaten inklusive Versuchstaten. Die Zahlen sind daher auch vom Anzeigeverhalten beeinflusst. „Neben dem in diesem Lagebild dargestellten polizeilichen Hellfeld ist von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen“, heißt es in dem Bericht.

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Jugendämter: Mehr Verfahren wegen Kindeswohlgefährdung

Die Jugendämter in Berlin und Brandenburg prüften 2025 bei deutlich mehr Kindern und Jugendlichen eine Kindeswohlgefährdung als im Vorjahr. In Berlin gab es 22.434 Verfahren – 1.161 Verfahren (5,2 Prozent) mehr als 2024. In Brandenburg stieg die Zahl um 2.356 auf 10.857 Verfahren.

Akute und latente Gefährdung in Berlin

In Berlin wurde bei 16 Prozent der Betroffenen eine akute Gefährdung festgestellt. Das bedeutet, dass eine erhebliche Schädigung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls bereits eingetreten war oder mit hoher Sicherheit zu erwarten war. In 32 Prozent der Fälle lag eine latente Kindeswohlgefährdung vor – die tatsächliche Gefährdung konnte nicht ausgeschlossen werden.

Vernachlässigung häufigste Form

Die häufigste Form der Kindeswohlgefährdung war in Berlin die Vernachlässigung; sie betraf über die Hälfte der Fälle von akuter und latenter Gefährdung (7.198 Fälle). 25 Prozent der Fälle waren psychische und 17 Prozent körperliche Misshandlungen. In 528 Fällen (4 Prozent) mussten die Behörden wegen sexueller Gewalt ermitteln.

Lage in Brandenburg

In Brandenburg lag bei 16 Prozent der betroffenen Kinder und Jugendlichen eine akute und bei 19 Prozent eine latente Gefährdung vor. Auch hier war Vernachlässigung die häufigste Form (2.677 Fälle). Psychische und körperliche Misshandlungen machten 27 und 16 Prozent der Fälle aus. Eine Gefährdung aufgrund sexueller Gewalt lag in 172 Fällen (3 Prozent) vor.

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