Blockade im Roten Meer: Huthis drohen mit Eskalation gegen Saudi-Arabien
Huthis blockieren Rotes Meer: Eskalation mit Saudi-Arabien

Die Huthi-Rebellen aus dem Jemen haben am Montag eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien im Roten Meer angekündigt. Die Blockade trat mit sofortiger Wirkung in Kraft, wie Jahja Sari, ein Sprecher der Huthis, in einer Videobotschaft erklärte. „Wir werden auf jede Blockade mit einer Blockade antworten und auf jede Eskalation mit Eskalation reagieren“, sagte er. Die Huthis begründeten die Maßnahme mit der seit Jahren andauernden „ungerechten und erdrückenden Belagerung“ des Jemen durch Saudi-Arabien.

Wer sind die Huthi-Rebellen?

Die Huthi-Rebellen sind eine politisch-militärische Organisation aus Sanaa im Nordjemen, die rund 350.000 Kämpfer umfasst. Der bevölkerungsreiche Norden steht unter ihrer Kontrolle, während der Süden und Osten von der international anerkannten Regierung (IAR) in Aden verwaltet werden, die von den USA und der EU unterstützt wird. Die Huthis werden nur vom Iran anerkannt, mit dem sie seit 2021 diplomatische Beziehungen unterhalten. In mehreren Ländern, darunter den USA, Saudi-Arabien, Israel, Jemen und den Vereinigten Arabischen Emiraten, gelten sie als Terrororganisation.

Die schiitische Miliz steht seit Jahrzehnten im Konflikt mit dem sunnitisch geprägten Saudi-Arabien. Die erste militärische Eskalation fand im Sommer 2004 statt, als die jemenitische Regierung versuchte, den Huthi-Gründer Hussein al-Huthi zu verhaften. Ende 2014 stürzten die Huthis den von Saudi-Arabien unterstützten Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Im Jahr 2015 griff Saudi-Arabien an der Spitze einer sunnitischen Allianz in den Konflikt ein und verhängte eine Luft-, See- und Landblockade, um den Waffenschmuggel zu den Huthis zu unterbinden.

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Warum kommt die Blockade jetzt?

In der vergangenen Woche brach der Konflikt zwischen den beiden Ländern wieder aus, nachdem seit 2022 eine informelle Waffenruhe gegolten hatte. Das jemenitische Militär beschoss den Flughafen Sanaa, um die Rückkehr einer Huthi-Delegation aus Teheran zu verhindern. Die Huthis machten Saudi-Arabien dafür verantwortlich und griffen daraufhin den saudi-arabischen Flughafen Abha International an. Dies ist die schwerste Konfrontation zwischen den beiden Ländern seit Jahren.

Experten vermuten, dass der Iran die Huthis gezielt angestiftet haben könnte, die Meerenge zu schließen, um den Druck auf die USA im Krieg zu erhöhen. Die zehnte Nacht in Folge hatten der Iran und die USA am Dienstag ihre Attacken fortgesetzt. Neue Verhandlungstermine gibt es nicht.

Bedeutung des Roten Meeres für den Welthandel

An das Rote Meer grenzen neben Jemen auch Sudan, Saudi-Arabien, Jordanien und Israel. Saudi-Arabien liegt im Westen am Roten Meer und im Osten am Persischen Golf. Schiffe müssen am südlichen Ende die Meerenge Bab al-Mandeb durchqueren. Eine vollständige Schließung würde die saudi-arabischen Ölexporte nach Asien stoppen und das weltweite Ölangebot um sieben Prozent verringern. Saudi-Arabien transportiert einen Teil seines Öls über eine Pipeline zum Hafen Yanbu am Roten Meer – eine Route, die durch die Blockade der Straße von Hormus strategisch wichtiger geworden war.

Bereits jetzt ist das globale Ölangebot durch den eingeschränkten Schiffsverkehr in der Straße von Hormus um zehn Prozent reduziert. Der jemenitische Analyst Mohammed Albascha erklärte, dass allein die Drohung die Schifffahrt beeinträchtigen und für Unsicherheit sorgen dürfte. Die Versicherungskosten für Frachtschiffe im Roten Meer stiegen Insidern zufolge deutlich an: Die Prämien für Kriegsrisiken kletterten von rund 0,3 auf etwa 0,75 Prozent des Schiffswertes.

Die Huthis blockieren die Meerenge nicht zum ersten Mal. Bereits Ende 2023 griffen sie als Reaktion auf die israelische Militäroffensive im Gazastreifen Handelsschiffe im Roten Meer an. Eine formelle Sperrung erklärten sie nie, doch die anhaltenden Angriffe hatten de facto denselben Effekt: Dutzende Reedereien mieden die Route. Viele Linienreedereien wie Maersk, Hapag-Lloyd und Cosco stoppten ihre Fahrten durch das Rote Meer und schickten Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung in Südafrika. Die Route ist deutlich länger, sodass rund ein Drittel des globalen Containerverkehrs durch den Suezkanal faktisch wegfiel.

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Wirtschaftliche Folgen

Die wirtschaftlichen Folgen waren erheblich. Die Frachtraten schnellten in die Höhe: Allein in der ersten Januarwoche 2024 verdoppelten sich die Kosten für einen 40-Fuß-Container am Spotmarkt auf über 4000 Dollar. Lieferungen von Textilien, Elektronik und Autos aus Asien nach Europa verzögerten sich. Der Westen reagierte militärisch mit Angriffen der USA und Großbritanniens auf Huthi-Ziele im Jemen. Die EU startete im Februar 2024 die Operation „Aspides“. Die Angriffe auf Handelsschiffe hielten bis Mitte 2025 an. Der Oman vermittelte schließlich eine Waffenruhe zwischen den Huthis und den USA.