Debatte um Leihmutterschaft: Union verlässt sich auf Bauchgefühl
Debatte um Leihmutterschaft: Union setzt auf Bauchgefühl

Union und Leihmutterschaft: Bauchgefühl statt Recht

Die Debatte um das Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland gewinnt an Fahrt. Während die Union um Armin Laschet und Jens Spahn an der bestehenden Regelung festhält, fordern Juristen wie Frauke Brosius-Gersdorf eine Liberalisierung. Die Rechtswissenschaftlerin, die von der SPD für das Bundesverfassungsgericht nominiert wurde, aber am Widerstand der Union scheiterte, argumentiert: „Das bestehende Verbot ist mit dem selbstbestimmten Menschenbild des Grundgesetzes nicht vereinbar.“ Laschet konterte auf X: „Etwas Plumperes als diese Antwort habe ich noch nicht gelesen.“

Die Union stützt sich nach Ansicht von Kritikern eher auf ein „Bauchgefühl“ als auf juristische Prämissen. Schon im Mai hatte Elisa Hoven, Richterin am sächsischen Verfassungsgerichtshof, im SPIEGEL für eine Modernisierung plädiert: „In einem freiheitlichen Rechtsstaat muss jedes Verbot gerechtfertigt werden.“ Dazu zähle auch die Freiheit einer Frau, sich als Leihmutter zu entscheiden. Der Staat dürfe dieses Grundrecht nicht beschränken, nur um bestimmte Familienbilder zu bewahren.

Mutmaßlicher Täter von Stade tot in Zelle

Der mutmaßliche Schütze von Stade, Fatih Khan G., ist tot. Die Ermittler fanden ihn heute in seiner Gefängniszelle in Bremervörde; sie gehen von Suizid aus. Gegen den 45-jährigen Türken, der in Deutschland geboren wurde, lag ein offener Haftbefehl aus der Türkei vor. Die Ermittlungen wegen Mordes werden eingestellt, wie Staatsanwältin Julia Pirk erklärte: „Gegen einen Toten kann man kein Ermittlungsverfahren führen.“ Die Tat wird jedoch weiter aufgeklärt. Hintergrund war ein Sorgerechtsstreit um die dreimonatige Tochter des Täters.

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Brand im Müritz-Nationalpark: Kritik an Löschstrategie

Im Müritz-Nationalpark sind rund 400 Hektar Wald einem Brand zum Opfer gefallen. Umweltminister Till Backhaus (SPD) spricht von einer Eindämmung, doch Experten kritisieren das Krisenmanagement. Lindon Pronto von der Initiative Waldbrand-Klima-Resilienz bezeichnete den Einsatz von Kreisregnern als „fachlich schwer nachvollziehbar“: „Es ist unsinnig, riesige Forstflächen pauschal zu bewässern, vor allem bei Hitze und Wasserknappheit.“ Auch Wasserabwürfe aus Hubschraubern seien wenig effektiv, da das Wasser aus 1000 Metern Höhe verdunste. Mecklenburg-Vorpommern habe 150 Millionen Euro investiert, doch das Feuer zeige „erhebliche fachliche und operative Lücken“.

Weitere Nachrichten des Tages

Die Förderung für Elektroautos erreicht zunehmend Haushalte mit geringem Einkommen, wie eine Anfrage zeigt. Israel hat eine kilometerlange Erdbarriere im Gazastreifen errichtet, die Anwohner als mögliche neue Grenze fürchten. Verteidigungsminister Pistorius bemüht sich weiter um Einfluss auf den Panzerbauer KNDS, nachdem der Börsengang vorerst abgesagt wurde.

In der Sportwelt sorgt das WM-Finale Argentinien gegen Spanien für Diskussionen: Nach der Niederlage ließen argentinische Spieler ihren Frust an den Spaniern aus. Kollege Peter Ahrens dokumentiert ähnliche Vorfälle aus der Geschichte des Fußballs.

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