USA: Jugendliche essen immer weniger Gemüse – weltweiter Trend umgekehrt
USA: Jugendliche essen weniger Gemüse – weltweiter Trend umgekehrt

Eine aktuelle Analyse der Tufts Universität in Medford, Massachusetts, zeigt alarmierende Trends in der Ernährung von Kindern und Jugendlichen: In den USA nimmt der tägliche Verzehr gesunder pflanzlicher Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten mit zunehmendem Alter drastisch ab. Während US-amerikanische Kleinkinder noch zu den weltweit besten Konsumenten dieser Nahrungsmittel zählen, fallen die Werte in der späteren Kindheit und Jugend auf eines der niedrigsten Niveaus weltweit. Dies steht im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, wo der Konsum gesunder Pflanzenkost mit dem Alter ansteigt.

Studie analysiert Daten aus 185 Ländern

Die Forschenden um Sydney Yearley, die an der Tufts Universität promoviert, werteten für ihre im Fachjournal „BMJ Global Health“ veröffentlichte Studie Daten aus der Global Dietary Database aus. Diese Datenbank enthält Informationen zu den Ernährungsgewohnheiten von Menschen in 185 Ländern. Mittels eines statistischen Modells untersuchten die Wissenschaftler die Verzehrtrends von fünf pflanzlichen Lebensmittelgruppen zwischen 1990 und 2018: Obst, nicht stärkehaltiges Gemüse, stärkehaltiges Gemüse (ausgenommen Kartoffeln), Bohnen und Hülsenfrüchte sowie Nüsse und Samen.

Das Ergebnis: In Südasien, beispielsweise in Pakistan, essen Kinder und Jugendliche am wenigsten gesundes Gemüse. Die höchsten Verzehrmengen wurden in Ost- und Südostasien, etwa in Vietnam, gemessen, was vor allem auf den Konsum von nicht stärkehaltigem Gemüse zurückzuführen ist. Generell stieg der Verzehr dieser Lebensmittel in allen Regionen mit dem Alter an – mit Ausnahme von Ländern mit hohem Einkommen wie den USA.

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Gründe für den gegensätzlichen Trend in den USA

Die Forschenden vermuten, dass der Rückgang in den USA mit der zunehmenden Eigenständigkeit von Kindern und Jugendlichen zusammenhängt. „Ernährungsgewohnheiten, die in der Kindheit geprägt werden, können die Gesundheit ein Leben lang beeinflussen“, betont Studienautorin Sydney Yearley. Mit steigendem Alter kaufen Jugendliche in wohlhabenden Ländern offenbar häufiger selbst Lebensmittel ein, und diese sind oft ungesund. Dieses Muster führe dazu, dass der Konsum von Obst und Gemüse sinke, während der Verzehr von verarbeiteten und fettreichen Produkten zunehme.

Die Zahlen böten wichtige Anhaltspunkte, um die Ernährung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern, so Yearley. Besonders in Ländern mit hohem Einkommen sei eine gezielte Förderung gesunder Ernährungsgewohnheiten in der Adoleszenz notwendig.

Globale Unterschiede und Handlungsempfehlungen

Die Studie unterstreicht die globalen Unterschiede im Ernährungsverhalten junger Menschen. Während in Entwicklungsländern der Verzehr pflanzlicher Lebensmittel mit dem Alter zunimmt, kehrt sich dieser Trend in den USA um. Die Forscher empfehlen daher, Ernährungsinterventionen an die jeweiligen Lebensphasen anzupassen. Insbesondere in der Jugend sollten Anreize geschaffen werden, um den Konsum von Obst, Gemüse, Nüssen und Hülsenfrüchten zu steigern.

Die Ergebnisse der Tufts-Studie liefern eine wichtige Grundlage für politische Maßnahmen und Ernährungsprogramme, die auf die Bedürfnisse von Heranwachsenden zugeschnitten sind. Denn eine ausgewogene Ernährung in der Kindheit und Jugend ist entscheidend für ein gesundes Wachstum und die Prävention von Krankheiten im Erwachsenenalter.

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