Spahn-Vaterschaft löst Debatte über Leihmutterschaft aus
Spahn-Vaterschaft löst Leihmutterschafts-Debatte aus

Die Geburt des ersten Kindes von Unionsfraktionschef Friedrich Spahn und seinem Ehemann hat eine Debatte über Leihmutterschaften in Deutschland ausgelöst. Das Paar ließ das Kind in den USA austragen, da die Praxis hierzulande gesetzlich verboten ist. Die CDU hatte sich zuletzt klar gegen Leihmutterschaften positioniert, während der Koalitionspartner SPD Glückwünsche übermittelte.

Spahn wird Vater – Kind in Kalifornien geboren

Wie die „Bild am Sonntag“ berichtete, wurde der Sohn von Spahn und seinem Mann am vergangenen Freitag in Kalifornien geboren. Die Leihmutter ist eine 34-jährige Amerikanerin. Das Paar hatte die Schwangerschaft über eine Agentur arrangiert und dafür rund 100.000 Euro bezahlt. Spahn, der seit 2017 mit dem Historiker und Unternehmer Daniel Funke verheiratet ist, zeigte sich überglücklich: „Wir sind überwältigt von Dankbarkeit. Unser Sohn ist gesund und wohlauf.“

Rechtliche Lage in Deutschland: Leihmutterschaft verboten

In Deutschland ist die Leihmutterschaft nach § 1 Abs. 1 Nr. 7 Embryonenschutzgesetz verboten. Wer eine Leihmutter vermittelt oder die Eizellspende organisiert, macht sich strafbar. Auch die Eizellspende ist in Deutschland nicht erlaubt. „Das deutsche Recht stellt die Interessen des Kindes und der Leihmutter in den Vordergrund“, erklärte Rechtsexpertin Prof. Dr. Maria Berger. „Es gibt jedoch eine wachsende Zahl von Paaren, die ins Ausland ausweichen.“

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CDU und SPD: Unterschiedliche Reaktionen

Die CDU, deren Bundesparteitag erst im Mai eine Resolution gegen Leihmutterschaften verabschiedet hatte, zeigte sich gespalten. Generalsekretärin Carsten Linnemann betonte: „Unsere Partei lehnt Leihmutterschaft ab, weil sie die Gefahr der Kommerzialisierung von Schwangerschaften birgt.“ Dagegen gratulierte SPD-Chefin Saskia Esken dem Paar: „Wir freuen uns mit Friedrich Spahn und seinem Mann über den Nachwuchs. Jedes Kind ist ein Geschenk.“ Sie stellte jedoch klar, dass die SPD an der Ablehnung der Leihmutterschaft festhalte.

Politik und Privates: Spahn unter Druck

Die Debatte kommt für Spahn zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Als Unionsfraktionschef steht er in der Kritik, weil er sich für eine konservative Familienpolitik einsetzt. „Er muss jetzt erklären, warum er selbst einen Weg geht, den er anderen verwehren will“, sagte Politologe Dr. Hans-Peter Müller. Spahn selbst verwies auf das Wohl seines Kindes: „Wir haben uns für den legalen Weg in den USA entschieden. Es geht uns nicht um eine politische Aussage, sondern um die Erfüllung unseres Kinderwunsches.“

Ausblick: Gesetzesänderung in Sicht?

Die Diskussion könnte die Familienpolitik in Deutschland beeinflussen. Die FDP und Teile der Grünen fordern eine Liberalisierung der Leihmutterschaft. „Das Verbot führt nur dazu, dass Paare ins Ausland gehen und dort oft rechtlichen Unsicherheiten ausgesetzt sind“, erklärte FDP-Familienpolitikerin Katrin Helling-Plahr. Eine Reform des Embryonenschutzgesetzes ist jedoch nicht in Sicht. Die Bundesregierung plant lediglich eine Evaluation der aktuellen Regelung. Bis dahin bleibt die Leihmutterschaft für viele Paare ein teurer und rechtlich heikler Weg ins Ausland.

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