Eine auf dem Flohmarkt für wenige Euro erworbene Keramikkanne hat bei der ZDF-Sendung „Bares für Rares“ am 13. Juli 2026 für Begeisterung gesorgt. Das Stück des Künstlers Jean Lurçat, einem Zeitgenossen Picassos, erzielte im Händlerraum 1.300 Euro – mehr als das Doppelte des Wunschpreises von 500 Euro.
Flohmarktfund mit künstlerischem Wert
Eine Verkäuferin aus Marktredwitz in Oberfranken brachte die Kanne zu Horst Lichter. Ihre Mutter hatte das Stück vor rund 15 Jahren auf einem Flohmarkt für maximal fünf Euro erstanden. Seitdem stand die Kanne im Hausflur, ohne dass die Familie ihren wahren Wert kannte.
Der Experte ordnete das Objekt als dekorative Schenkkanne des französischen Künstlers Jean Lurçat ein. Die Kanne wurde auf das Jahr 1955 datiert und der Werkstatt Sant Vicens in der Provence zugeordnet. Eine Limitierung „14/150“ unterstreicht die Auflage von 150 Exemplaren. Die Keramik ist farbig glasiert mit markanten Blau-, Gelb- und Weißtönen sowie kosmisch anmutenden Motiven. Im Inneren sind spätere Nachglasuren sichtbar, die als Veränderung, nicht jedoch als klassischer Schaden gewertet wurden.
Lebhaftes Bietgefecht der Händler
Die Verkäuferseite wünschte sich 500 Euro. Die Expertise lag mit 1.400 bis 1.800 Euro deutlich darüber. Im Händlerraum entwickelte sich ein lebhaftes Bietgefecht. Nach einem Einstieg bei 80 Euro stiegen die Gebote schnell über 500 und 1.000 Euro. Nach Bekanntgabe der Expertise kletterte der Preis weiter, bis schließlich 1.300 Euro erzielt wurden. Die Verkäuferin nahm das finale Gebot an und zeigte sich zufrieden.
Weitere Raritäten der Sendung
Neben der Keramikkanne wurden in der Sendung weitere Objekte präsentiert. Ein Verkaufskästchen „Klipp’s Kaffee“ aus Weißblech, das in den 1930er bis 1940er Jahren in Tante-Emma-Läden genutzt wurde, wurde auf 90 bis 120 Euro geschätzt. Ein Wappenring „Wassilko von Serecki“ aus 750er-Gelbgold (ca. 12 Gramm) mit Adelswappen aus der Bukowina, vermutlich aus den 1960er oder 1970er Jahren, wurde auf etwa 1.300 Euro taxiert.
Ein Ölgemälde „Der kleine Schornsteinfeger“ von Wilhelm Pistor (ca. 1880–1890) zeigte ein Kind mit Besen vor einem Kaminfeuer und wurde aufgrund von Alterserscheinungen und Restaurierungsbedarf auf 400 bis 600 Euro geschätzt. Ein japanisches Waka-Kartenspiel mit 100 Dichtern und Gedichten, als Lernspiel genutzt, in einem holzintarsierten Kasten mit farbfrischen Holzschnittdrucken aus der Mitte des 20. Jahrhunderts, wurde auf 100 bis 150 Euro taxiert.
Sendung bleibt Publikumsmagnet
„Bares für Rares“ ist seit Jahren eine feste Größe im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Horst Lichter führt regelmäßig durch skurrile, faszinierende und manchmal fragwürdige Raritäten. Die heutige Ausgabe zeigte wieder einmal, dass sich Flohmarktfunde lohnen können – insbesondere, wenn sie von einem Künstler wie Jean Lurçat stammen.



