Der Berliner Garten-Influencer Robin König, auf Instagram und Youtube als „Robinga Schnögelrögel“ bekannt, hat klare Ansichten zur Gartenpflege bei Hitze. Der 27-Jährige, der Gartenbauliche Phytotechnologie studiert hat, rät dringend davon ab, bei hohen Temperaturen den Rasensprenger aufzudrehen. „Rasensprengen ist so eine Wasserverschwendung“, sagt er. Trotz der aktuellen Hitzewelle habe er in diesem Jahr erst zweimal gießen müssen. Sein Naturgarten im Osten Berlins präsentiert sich saftig grün, während viele andere Rasenflächen in der Stadt vertrocknen.
Warum kurz geschorener Rasen der Hitze nicht standhält
Robin König übt scharfe Kritik an der weit verbreiteten Angewohnheit, den Rasen regelmäßig zu mähen. „Das ist reine Beschäftigungstherapie“, erklärt er mit Nachdruck. Kurze Halme spenden dem Boden kaum Schatten und führen über die Schnittstellen zu erhöhtem Wasserverlust – besonders bei Hitze. Das Resultat sieht man laut dem Influencer auf vielen städtischen Grünflächen: „Wenn du dir mal städtisches Grün anguckst, ist das nur noch eine braune Wüste.“
Wildgräser als Geheimtipp gegen Trockenheit
Ein weiteres Problem seien die handelsüblichen Grassorten, die viele Hobbygärtner verwenden. „Das sind überzüchtete Sorten, die haben kaum noch Wurzelmasse. So ein Rasen wurzelt maximal noch fünf Zentimeter in die Tiefe“, erläutert Robin. Bei Hitze trocknen die oberen Erdschichten schnell aus. In seinem Garten setzt er stattdessen auf Wildgräser: „Wildgräser, die wurzeln bei mir bis zu zwei Meter tief.“ Diese sind deutlich widerstandsfähiger und überstehen Trockenperioden besser. Er selbst verwendet vier verschiedene Sorten und empfiehlt vor allem den sogenannten Schaf-Schwingel. Erhältlich seien solche Gräser vor allem im Online-Versand, da der Einzelhandel oft nur stark gezüchtete Varianten führe.
Weitere No-Gos bei Hitze im Garten
Neben dem Mähen und Sprengen warnt der Pflanzenexperte auch vor dem Umgraben. „Umgraben ist auch ein No-Go. Weil du die Feuchtigkeit nach oben holst.“ Ein gewisses Maß an Trockenheit an der Oberfläche sei in einem Naturgarten nicht problematisch. Wichtiger sei, die natürlichen Prozesse im Garten zu verstehen. „Was man unbedingt machen sollte, ist, sich ein bisschen mit seiner Natur zu beschäftigen, die einen umgibt und wächst.“ Viele Hobbygärtner könnten selbst häufige Pflanzen nicht bestimmen. Dafür gebe es mittlerweile zahlreiche Apps – „Ihr könnt von mir aus auch KI nutzen.“ Wer seine Pflanzen kenne, könne besser entscheiden, wo sie ideal stehen und wie der Boden beschaffen ist.
Erfahrungen aus dem eigenen Naturgarten
Robin König bewirtschaftet seinen großen Naturgarten seit 2023 und produziert dort die meisten seiner Videos. Bisher habe er nie Probleme mit Hitzeschäden gehabt, selbst die heißesten Junitage hätten seine Pflanzen gut überstanden. Er ist zuversichtlich, dass auch der Rest des Sommers keine Herausforderung darstellt. Sein Wissen präsentiert er täglich seinen Followern – inklusive wissenschaftlicher Fachbezeichnungen, die er sich autodidaktisch angeeignet hat.



