Wer die Grillkunst beherrschen will, muss schon vor dem ersten Steak die richtigen Entscheidungen treffen. Die Wahl der Kohle beeinflusst nicht nur die Hitzeentwicklung, sondern auch den unverwechselbaren Rauchgeschmack des Grillguts. Einem dPA-Bericht zufolge gibt es drei Hauptarten von Grillkohle, die sich in ihren Eigenschaften deutlich unterscheiden: Holzkohle, Briketts und Kokoskohle.
Die drei Kohlearten im Überblick
Holzkohle in Stückchen zeichnet sich durch eine kurze Anzündzeit aus. Sie erzeugt intensive Hitze, brennt jedoch vergleichsweise kurz. Ideal ist sie für Gerichte, die eine schnelle, scharfe Bräunung benötigen, wie Steaks oder Koteletts. Briketts hingegen brauchen mit 30 bis 40 Minuten deutlich länger, bis sie durchgeglüht sind. Dafür geben sie über Stunden gleichmäßig Hitze ab und eignen sich perfekt für langsames Garen von großen Fleischstücken oder Geflügel. Kokoskohle benötigt ebenfalls eine Anzündzeit von 30 bis 45 Minuten, bietet aber eine konstant hohe Temperatur und eine sehr lange Brenndauer. Zudem produziert sie weniger Asche und verbrennt nahezu rückstandsfrei – ein Vorteil für sauberes Grillen.
Die Wahl der Kohle hängt also stark vom geplanten Grillgut ab. Für einen gemütlichen Grillabend mit verschiedenen Speisen empfiehlt sich eine Kombination: Schnell durchglühte Holzkohle für den Anfang und langlebige Briketts für die Nachlegephase.
Die richtige Vorbereitung: Anzünden und Glut
Unabhängig von der Kohleart ist die Qualität entscheidend. Hochwertige Grillkohle aus Holz oder Kokosnussschalen brennt gleichmäßiger und entwickelt mehr Hitze. Minderwertige Kohle kann den Geschmack des Grillguts beeinträchtigen. Wichtig ist, der Kohle ausreichend Zeit zum Durchglühen zu geben. Ein Grillanzünder aus natürlichen Materialien oder ein elektrischer Anzünder helfen, schnell eine gleichmäßige Glut zu erzeugen. Flüssige Brandbeschleuniger oder Spiritus sollten niemals verwendet werden – sie sind gefährlich und verändern den Geschmack.
Die optimale Glut ist erreicht, wenn sich eine feine, graue Ascheschicht auf der Kohle gebildet hat. Je nach Grill und Kohleart dauert das etwa 20 bis 30 Minuten. Erst dann sollte das Grillgut aufgelegt werden. Wer zu früh beginnt, riskiert ungleichmäßige Hitze und verbrannte oder rohe Stellen.
Die richtige Menge und der sichere Umgang
Auch die Menge der Kohle spielt eine große Rolle. Zu viel Kohle führt zu einer enormen Hitze, die das Grillgut schnell verbrennen lässt. Zu wenig Kohle liefert nicht genug Temperatur für ein gleichmäßiges Garen. Als Faustregel gilt: Der Grillrost sollte etwa zur Hälfte mit einer gleichmäßigen Schicht glühender Kohle bedeckt sein.
Nach dem Grillen ist die Entsorgung der Asche ein wichtiger Sicherheitsaspekt. Selbst Stunden nach dem Grillen kann die Asche noch so heiß sein, dass von ihr Brandgefahr ausgeht. Die Rückstände müssen vor der Entsorgung vollständig abkühlen. Dazu kann die Asche mit Wasser abgelöscht oder mindestens 24 Stunden im geschlossenen Grill belassen werden. Wichtig: Nur hitzebeständige Behälter verwenden. Erst wenn die Asche komplett erkaltet ist, darf sie zusammen mit der benutzten Kohle in den Restmüll gegeben werden.
Mit diesen Tipps steht einem gelungenen Grillerlebnis nichts mehr im Weg – ob mit saftigen Steaks, zartem Geflügel oder gegrilltem Gemüse.



