Tierärztin warnt: Ibuprofen und Paracetamol tödlich für Haustiere
Ibuprofen und Paracetamol tödlich für Haustiere

Wer seinem Hund oder seiner Katze bei Schmerzen eine Tablette aus der eigenen Hausapotheke geben möchte, kann das Tier ungewollt in Lebensgefahr bringen. Tierärztin Heike Listmann warnt: Vor allem Ibuprofen und Paracetamol gehören zu den häufigsten Auslösern von Medikamentenvergiftungen bei Haustieren. Bereits geringe Dosen können schwere Schäden verursachen oder tödlich enden.

Warum Haustiere Humanmedikamente anders vertragen

Hunde und Katzen bauen viele Humanmedikamente anders ab als Menschen. Schmerzmittel wie Ibuprofen, Paracetamol, Aspirin oder Diclofenac können Magen, Darm, Nieren, Leber oder rote Blutkörperchen schädigen. Deshalb sollten sie niemals ohne tierärztliche Rücksprache verabreicht werden, so Listmann gegenüber PETBOOK. Der Stoffwechsel von Tieren ist auf andere Wirkstoffe ausgelegt, sodass selbst geringe Mengen giftig wirken können.

Ibuprofen: Schnelle Aufnahme, langsame Ausscheidung

Ibuprofen wird bei Hunden und Katzen schneller aufgenommen, aber langsamer abgebaut. Die Folge können Magen-Darm-Blutungen, Nierenschäden oder neurologische Störungen sein. Symptome sind unter anderem Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, blutiger Kot oder Krämpfe. Bereits 5 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht können bei Hunden erste Magen-Darm-Reizungen auslösen. Eine 400-Milligramm-Tablette kann kleine Tiere bereits zum Notfall machen. Bei Katzen liegt die toxische Dosis noch niedriger.

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Paracetamol: Hochgiftig für Katzen

Noch empfindlicher reagieren Katzen auf Paracetamol. Der Wirkstoff schädigt rote Blutkörperchen und die Leber. Bereits etwa 10 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht können für Katzen tödlich sein. Bei Hunden gelten 50 Milligramm pro Kilogramm als besorgniserregend. Grund ist ein fehlendes Leberenzym, das den Wirkstoff normalerweise entgiftet. Dadurch entstehen giftige Abbauprodukte, die zu schweren Vergiftungen führen.

Warnzeichen erkennen und richtig handeln

Eine Vergiftung zeigt sich oft nicht sofort. Nach Ibuprofen können Beschwerden erst zwei bis sechs Stunden später auftreten. Warnzeichen sind Appetitlosigkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder schwarzer Kot. Bei Paracetamol fallen vor allem bläulich-bräunliche Schleimhäute, Atemprobleme, Schwäche oder geschwollene Pfoten und ein geschwollenes Gesicht auf. Listmann rät, bei jedem Verdacht sofort eine Tierarztpraxis oder Tierklinik zu kontaktieren. Halter sollten ihr Tier nicht selbst zum Erbrechen bringen. Hilfreich sind Angaben zum Wirkstoff, zur vermuteten Menge und zum Zeitpunkt der Aufnahme. Für Paracetamol gibt es ein Gegenmittel, und auch bei Ibuprofen verbessert eine schnelle Behandlung die Überlebenschancen deutlich.

Weitere gefährliche Medikamente und Prävention

Neben Ibuprofen und Paracetamol können auch Aspirin, Naproxen, Diclofenac, Antidepressiva, Schlafmittel, ADHS-Medikamente, hoch dosierte Vitamin-D- oder Eisenpräparate sowie Produkte mit Xylit gefährlich sein. Medikamente sollten deshalb immer außerhalb der Reichweite von Haustieren aufbewahrt werden. Eine sichere Aufbewahrung in geschlossenen Schränken oder Schubladen kann Vergiftungen verhindern.

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