Frühstartrente: 10 Euro pro Monat vom Staat – was wirklich rauskommt
Frühstartrente: 10 Euro vom Staat – was rauskommt

Die Bundesregierung hat die sogenannte Frühstartrente auf den Weg gebracht. Ab dem sechsten Geburtstag eines Kindes bis zu dessen Volljährigkeit überweist der Staat monatlich zehn Euro auf ein eigens dafür eingerichtetes Altersvorsorgedepot. Das Geld soll langfristig angelegt werden und den Kindern im Rentenalter eine zusätzliche Einkommensquelle bieten. Doch wie viel kommt am Ende wirklich dabei heraus? Die Antwort hängt entscheidend von der erzielten Rendite und der Anlagedauer ab.

Wie die Frühstartrente funktioniert

Das Prinzip ist einfach: Für jedes anspruchsberechtigte Kind – in der Regel alle in Deutschland lebenden Kinder mit deutscher Staatsangehörigkeit oder Aufenthaltstitel – fließen ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr monatlich zehn Euro in ein Depot. Dieses Depot wird von einem staatlich zugelassenen Anbieter geführt, in der Regel einer Bank oder Fondsgesellschaft. Die Einzahlungen erfolgen bis zum 18. Geburtstag, also insgesamt zwölf Jahre lang. Insgesamt kommen so vom Staat 1440 Euro pro Kind zusammen. Hinzu kommen mögliche eigene Einzahlungen der Eltern oder des Kindes selbst, die steuerlich gefördert werden können.

Rechenbeispiele: Was aus 1440 Euro werden kann

Die entscheidende Größe ist die Rendite. Legt man das Geld konservativ an, etwa in Tagesgeld oder kurzlaufende Anleihen, sind derzeit kaum mehr als ein bis zwei Prozent pro Jahr drin. Bei einer jährlichen Verzinsung von einem Prozent wächst das angesparte Kapital bis zum Rentenalter – also nach rund 40 Jahren Anlagezeit – auf etwa 2200 Euro an. Das entspricht einer monatlichen Zusatzrente von etwa 6 bis 8 Euro, wenn man das Kapital verrentet. Bei zwei Prozent Rendite sind es rund 3200 Euro Kapital und eine monatliche Rente von etwa 10 Euro.

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Deutlich höhere Summen sind möglich, wenn das Geld in Aktien oder Aktienfonds investiert wird. Historisch erzielte der deutsche Aktienmarkt (DAX) über längere Zeiträume eine durchschnittliche Rendite von rund sieben bis acht Prozent pro Jahr. Bei konservativer Annahme von fünf Prozent Rendite würde aus den 1440 Euro Staatseinzahlungen bis zum Rentenalter ein Kapital von über 10.000 Euro. Bei einer Verrentung mit einem Faktor von 0,004 (entsprechend einer monatlichen Auszahlung von 0,4 Prozent des Kapitals) ergäbe das eine monatliche Rente von rund 40 Euro. Bei sieben Prozent Rendite steigt das Kapital auf über 20.000 Euro, die monatliche Rente auf etwa 80 Euro.

Eigene Einzahlungen vervielfachen die Wirkung

Die Frühstartrente ist als Basis gedacht, aber die Bundesregierung ermutigt Eltern, eigene Beiträge hinzuzufügen. Wer zusätzlich monatlich 50 Euro einzahlt, kann das Endkapital deutlich steigern. Bei fünf Prozent Rendite und 50 Euro Eigenbeitrag über die gesamten zwölf Jahre (insgesamt 7200 Euro Eigenbeitrag) wächst das Kapital auf über 50.000 Euro an, die monatliche Rente liegt dann bei rund 200 Euro. Die staatliche Förderung bleibt jedoch auf die zehn Euro pro Monat begrenzt.

Kritik und Hürden

Finanzexperten weisen darauf hin, dass die Frühstartrente nur dann sinnvoll ist, wenn das Geld tatsächlich über Jahrzehnte angelegt bleibt und nicht vorzeitig entnommen wird. Zudem hängt die Rendite stark von der Kapitalmarktentwicklung ab – in Phasen niedriger Zinsen oder Kursverlusten kann das Ergebnis geringer ausfallen. Auch die Kosten des Depots und der Fonds müssen berücksichtigt werden. Die Bundesregierung hat angekündigt, dass die Anbieter ihre Produkte vor Genehmigung auf Kosteneffizienz prüfen lassen müssen. Dennoch bleibt ein gewisses Restrisiko.

Fazit: Ein guter Einstieg, aber kein Allheilmittel

Die Frühstartrente ist ein wichtiger Schritt, um die private Altersvorsorge zu stärken und schon Kinder frühzeitig an den Kapitalmarkt heranzuführen. Die Staatseinzahlung von 1440 Euro pro Kind ist ein solides Fundament, das durch eigene Sparleistungen ergänzt werden sollte. Die tatsächliche Rente hängt jedoch von Rendite und Anlagedauer ab. Bei optimistischen Annahmen sind fünfstellige Beträge möglich, bei konservativer Anlage bleiben die Beträge bescheiden. Eltern sollten die Frühstartrente als Teil einer umfassenden Altersvorsorgestrategie betrachten.

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