Das richtige Maß Ehrgeiz: Nach den Sternen greifen? Lieber nicht.
Das richtige Maß Ehrgeiz: Nach den Sternen greifen?

Wer immer nach dem Optimum jagt, verpasst erreichbare Erfolge – so lautet die These von Sara Weber in ihrer Kolumne „Das richtige Maß Ehrgeiz“. Die Autorin plädiert dafür, nicht ständig nach den Sternen zu greifen, sondern sich mit realistischen Zielen zufriedenzugeben. Ihr Motto: „Etwas besser als der Durchschnitt“ reicht oft aus, um im Leben voranzukommen.

Die Gefahr des Perfektionismus

Perfektionismus kann lähmen und daran hindern, überhaupt loszulegen. Weber beschreibt, wie viele Menschen sich unter Druck setzen, immer die beste Leistung abzuliefern. Dabei übersehen sie, dass dieser Anspruch oft zu Frustration führt. Statt große Erfolge zu feiern, verzetteln sie sich in Details und verlieren das große Ganze aus den Augen. Die Folge: Sie verpassen Chancen, die machbar gewesen wären, weil sie sich in unrealistischen Erwartungen verlieren.

Besonders in der Arbeitswelt sei dieser Trend zu beobachten, so Weber. Viele Berufstätige hetzen von einem Projekt zum nächsten, in der Hoffnung, irgendwann die perfekte Karriereleiter zu erklimmen. Doch die ständige Jagd nach Höchstleistungen führe oft in eine Sackgasse. Stattdessen empfiehlt die Kolumnistin, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: kontinuierliche Verbesserung statt perfekter Ergebnisse.

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Die Kunst des „gut genug“

Ein zentraler Punkt in Webers Kolumne ist die Idee, dass „gut genug“ ein erstrebenswertes Ziel ist. Sie bezieht sich dabei auf ein mathematisches Modell, das zeigt: Etwas zu wenig Ehrgeiz ist besser als zu viel. Wer sich zu viel vornimmt, erreicht am Ende weniger als jemand, der realistische Ziele setzt und diese konsequent verfolgt. Das Modell, das als Bild zur Kolumne abgedruckt ist, verdeutlicht, dass die optimale Balance zwischen Anspruch und Zufriedenheit liegt.

Weber ermutigt dazu, den eigenen Perfektionismus aufzuweichen. Statt sich an unerreichbaren Idealen zu messen, sollten wir uns fragen: Was ist in diesem Moment wirklich wichtig? Oft reiche es aus, eine Aufgabe solide zu erledigen, anstatt stundenlang an Details zu feilen, die niemand bemerkt. Dieser Ansatz schaffe nicht nur mehr Zeit für andere Dinge, sondern reduziere auch den inneren Druck.

Praktische Tipps gegen Perfektionismus

Wie aber gelingt es, den eigenen Ehrgeiz in gesunde Bahnen zu lenken? Weber schlägt vor, sich klare Prioritäten zu setzen. Nicht jede Aufgabe verdient die gleiche Energie. Manche Dinge dürfen mit 80 Prozent Aufwand erledigt werden, während andere wirklich volle Konzentration brauchen. Wichtig sei auch, Erfolge bewusst zu feiern – auch wenn sie nur klein erscheinen. Wer sich regelmäßig vor Augen führt, was bereits erreicht wurde, bleibe motiviert, ohne sich zu überfordern.

Ein weiterer Tipp: die 70-Prozent-Regel. Statt auf eine perfekte Lösung zu warten, sollte man bereits handeln, wenn die Idee zu 70 Prozent ausgereift ist. Denn oft ergeben sich im Prozess neue Erkenntnisse, die das Ergebnis verbessern. Abwarten hingegen führe meist zu Stillstand.

Abschließend betont Weber, dass ein gesundes Maß an Ehrgeiz wichtig sei – aber nicht um jeden Preis. Wer lernt, auch mal zufrieden zu sein, gewinne nicht nur an Lebensqualität, sondern sei letztlich auch erfolgreicher. Denn wer sich nicht in Perfektionismus verliere, behalte die Energie für die wirklich großen Ziele.

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