Die Berichtssaison für das zweite Quartal 2026 zeigt zahlreiche Unternehmen mit starken Ergebnissen und optimistischen Prognosen. Die Schweizer Großbank UBS verdoppelte den Vorsteuergewinn ihrer Investmentbank auf Rekordniveau, während die Deutsche Bank die Markterwartungen übertraf und einen Aktienrückkauf ankündigte. Auch Nordex, RWE und Coca-Cola erhöhten ihre Jahresprognosen.
UBS: Investmentbank treibt Gewinn auf Rekord
Die UBS steigerte den Vorsteuergewinn im zweiten Quartal um 64 Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar. Besonders die Investmentbank profitierte vom florierenden Wertpapierhandel und verdoppelte ihren Vorsteuergewinn auf 1,16 Milliarden Dollar – ein Rekord. Der Nettogewinn stieg um 17 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar und übertraf die Analystenschätzungen von 2,39 Milliarden Dollar laut unternehmenseigener Umfrage.
Deutsche Bank: Rekordergebnis und Aktienrückkauf
Die Deutsche Bank erzielte einen Vorsteuergewinn von 2,68 Milliarden Euro, elf Prozent mehr als im Vorjahr, und übertraf damit die Analystenerwartungen (2,27 Milliarden Euro). Die Erträge stiegen um neun Prozent auf rund 8,5 Milliarden Euro. „Unsere Rekordergebnisse im zweiten Quartal wurden von einer starken Wachstumsdynamik und konsequenter Kostendisziplin getragen“, sagte CEO Christian Sewing. Die Bank kündigte einen Aktienrückkauf über 500 Millionen Euro an und zeigte sich zuversichtlich, die Ziele für 2028 zu übertreffen.
Nordex und RWE: Windkraft und Versorger mit starken Zahlen
Nordex steigerte das operative Ergebnis (Ebitda) im zweiten Quartal auf 224 Millionen Euro (Vorjahr: 108 Millionen Euro). Die Ebitda-Marge verbesserte sich auf 10,3 Prozent, der Auftragseingang kletterte um 32 Prozent auf 3,1 Gigawatt. CEO José Luis Blanco betonte die Fokussierung auf das mittelfristige Margenziel. RWE hob die Prognosen für 2026 und 2027 an: Für 2026 wird nun ein bereinigtes Ebitda von 5,75 bis 6,35 Milliarden Euro erwartet (bisher 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro), getragen von der aufgestockten Beteiligung an Amprion und höheren Commodity-Preisen.
Coca-Cola und Ford: WM-Boom und starkes Kerngeschäft
Coca-Cola profitierte von der Fußball-Weltmeisterschaft und hob die Jahresprognose an: Das organische Umsatzwachstum wird nun bei rund fünf Prozent erwartet (bisher vier bis fünf Prozent). Der Umsatz im zweiten Quartal stieg um sechs Prozent auf 13,37 Milliarden Dollar. Ford erhöhte zum zweiten Mal in diesem Jahr die Gewinnprognose und erwartet nun ein operatives Ergebnis (Ebit) von zehn bis elf Milliarden Dollar. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 42 Cent über den Erwartungen von 35 Cent.
Visa und UPS: Zahlungsverkehr und Paketdienste legen zu
Visa übertraf die Erwartungen mit einem Nettoumsatzwachstum von 14 Prozent auf 11,63 Milliarden Dollar, getrieben von robusten Konsumausgaben und Reisenachfrage. Der bereinigte Nettogewinn stieg auf 6,3 Milliarden Dollar. Zugleich kündigte Visa den Abbau von rund sieben Prozent der Stellen an, vor allem in Technologie und Produktentwicklung. UPS erhöhte die Prognose nach einem überraschend starken Quartal: Der Umsatz stieg auf 22,83 Milliarden Dollar (erwartet: 21,81 Milliarden Dollar), der bereinigte Gewinn pro Aktie lag bei 1,76 Dollar. Der Anteil des Großkunden Amazon am Umsatz sank auf 8,8 Prozent.
Weitere Unternehmen mit gemischten Ergebnissen
Der Bergbaukonzern Rio Tinto erzielte den höchsten bereinigten Halbjahresgewinn seit vier Jahren (6,85 Milliarden Dollar, plus 43 Prozent), angetrieben von Kupfer- und Lithiumnachfrage aus Datenzentren. Der Chipentwickler NXP Semiconductors übertraf mit seiner Umsatzprognose von 3,65 bis 3,85 Milliarden Dollar für das dritte Quartal die Erwartungen. Logitech profitierte von US-Zollerstattungen in Höhe von 61 Millionen Dollar und steigerte den bereinigten operativen Gewinn um 44 Prozent auf 290 Millionen Dollar. Der Konsumgüterkonzern Unilever meldete ein bereinigtes Umsatzwachstum von 5,8 Prozent und hob die Jahresprognose an. Philips profitierte ebenfalls von US-Zollrückzahlungen und erhöhte die Ebita-Marge-Prognose auf 13,5 bis 14,0 Prozent. Negativ entwickelten sich SK Hynix, das trotz Rekordgewinnen die Erwartungen verfehlte, sowie Palfinger und TeamViewer, die Gewinnrückgänge verbuchten.



