Ex-Airbnb-Manager im Millionenstreit: Ex-Frau wirft Xanax-Einfluss vor
Ex-Airbnb-Manager: Millionenstreit nach Scheidung

Ein deutscher Ex-Airbnb-Topmanager und seine Ex-Frau liefern sich vor dem Londoner Berufungsgericht einen erbitterten Millionenstreit. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf von Caroline Bauer-Reiter (41), sie habe die 2019 in Deutschland unterzeichnete Trennungsvereinbarung unter dem Einfluss des Beruhigungsmittels Xanax unterschrieben – in einer Dosis, die „genug gewesen sei, um ein Pferd zu sedieren“. Das berichtet der britische „Telegraph“ sowie andere britische Medien.

Die Vorgeschichte: Jetset-Leben und Trennung

Martin Reiter (42) trieb zwischen 2010 und 2014 als Top-Manager die internationale Expansion von Airbnb voran. Später bekleidete er Führungspositionen bei Groupon und Wayfair. Das Paar heiratete 2012 und führte ein internationales Jetset-Leben, bevor es sich 2018 trennte. Caroline Bauer-Reiter ist Innenarchitektin und Kulturhistorikerin. Die Ehe wurde 2019 noch nicht offiziell geschieden, als beide in Deutschland eine Vereinbarung unterzeichneten, die keine Kapitalzahlung für die Ex-Frau vorsah, sondern nur Unterhaltszahlungen und die Übernahme ihrer Miete.

Der Streit um die Vereinbarung

Ein Londoner Familienrichter bezifferte Reiters Vermögen später auf 17,3 Millionen Pfund (rund 20 Millionen Euro). Nachdem Caroline Bauer-Reiter mit den gemeinsamen Kindern nach London gezogen war, beantragte sie dort eine neue finanzielle Regelung. Ihre Anwältin Rebecca Carew Pole KC erklärte vor dem Berufungsgericht, die deutsche Vereinbarung sei „eklatant unfair“ gewesen. Zudem habe der damalige Psychiater ihrer Mandantin vor der Unterzeichnung Xanax verabreicht – ein verschreibungspflichtiges Beruhigungsmittel. Die Ex-Frau selbst erklärte, die Menge sei „genug gewesen, um ein Pferd zu sedieren“. Im vergangenen Jahr sprach ein Londoner Familienrichter Caroline Bauer-Reiter bereits 2,55 Millionen Pfund als Einmalzahlung zu, dazu 96.000 Pfund Unterhalt pro Jahr für 14 Jahre, mehr als eine Million Pfund für ihre Anwaltskosten sowie Kindesunterhalt. Doch beide Seiten legten Berufung ein.

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Die Forderungen vor dem Berufungsgericht

Caroline Bauer-Reiter will rund fünf Millionen Pfund (knapp sechs Millionen Euro) als Einmalzahlung durchsetzen. Martin Reiter hingegen fordert die Rückkehr zur ursprünglichen deutschen Vereinbarung. Sein Anwalt Michael Horton KC bezeichnete die Entscheidung des Familiengerichts als „völlig überzogen“. Reiters Anwälte bestreiten zudem, dass seine Ex-Frau aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten könne. Sie verwiesen auf Beiträge in sozialen Netzwerken, darunter „eine aufwendige synchronisierte Tanz-Choreografie“, die ihrer angeblichen Krankheit widerspreche. Außerdem erklärte Reiters Anwalt, das Vermögen seines Mandanten liege inzwischen bei unter fünf Millionen Pfund. Nach den bisherigen Zahlungen verfüge er nur noch über liquide Mittel für „etwa drei Monate“.

Die Erwiderung der Ex-Frau

Rebecca Carew Pole KC hielt entgegen, die ihrer Mandantin zugesprochenen Millionen seien angesichts des Gesamtvermögens ihres Ex-Mannes „modest“ (bescheiden). Sie leide am Ehlers-Danlos-Syndrom, einer seltenen, schwer beeinträchtigenden genetischen Erkrankung, die sie arbeitsunfähig mache. Zugleich verwies die Anwältin darauf, dass Martin Reiter heute mit seiner neuen Ehefrau in einer 11,5 Millionen Pfund teuren Luxusvilla im exklusiven Londoner Stadtteil Holland Park lebe. Nach Angaben der „Daily Mail“ heiratete Reiter seine neue Partnerin im März 2023. Auf Anfrage der Bild-Zeitung haben sich beide Seiten bislang nicht geäußert.

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