Massenansturm auf Drei Zinnen: Touristen-Schlangen in den Dolomiten
Dolomiten: Hunderte Touristen warten stundenlang auf Shuttle

Seit Jahren kämpfen die Dolomiten mit den Folgen des Massentourismus. Ein neues Video aus Misurina zeigt nun das erschreckende Ausmaß: Hunderte Meter lange Schlangen von Touristen warten an einer Bushaltestelle auf den Shuttle zu den berühmten Drei Zinnen. Die Bilder sorgen in Italien für hitzige Debatten über die Zukunft des Alpentourismus.

Bis zu 14.000 Besucher täglich erwartet

In der Hochsaison werden laut dem Portal „dolomiti.it“ bis zu 14.000 Besucher täglich rund um die Drei Zinnen erwartet. Für die Gemeinde Auronzo di Cadore ist das eine enorme Belastung. Die Infrastruktur stößt an ihre Grenzen. Besonders die beliebte Rundwanderung, die an der Auronzo-Hütte startet, zieht Massen an. Seit diesem Jahr dürfen täglich nur noch 800 Autos über die Mautstraße zur Hütte fahren. Wer einen der begehrten Plätze ergattern will, muss früh reservieren und rund 40 Euro bezahlen. Für viele Besucher bleibt daher nur der Shuttlebus – und der führt nun zu den langen Schlangen. Der Shuttlebus verkehrt zwar regelmäßig, kann die Nachfrage aber kaum decken. In der Spitze warten Touristen über eine Stunde.

Kritik an Instagram-Touristen

Alberto Gris vom Alpenverein CAI in Belluno übt scharfe Kritik: „Viele Besucher kommen nur noch für spektakuläre Fotos in sozialen Netzwerken.“ Der Trend zum Instagram-Tourismus verschärfe die Probleme. Schon im vergangenen Jahr hatten wütende Bauern Drehkreuze an ihren Weiden installiert und fünf Euro Eintritt von Wanderern verlangt. Nun wächst der Frust weiter. Auf beliebten Fernwanderwegen buchen Reiseveranstalter frühzeitig viele Betten in Hütten, sodass für spontane Wanderer kaum Schlafplätze übrig bleiben. Die Aufnahmen, geteilt von der Nutzerin @dafne_kt auf Instagram, zeigen eine endlos wirkende Schlange an der Bushaltestelle. Innerhalb kürzester Zeit verbreiteten sie sich viral. In den Kommentaren wird heftig über die Zustände diskutiert. Einige Nutzer fordern ein striktes Besucherlimit, andere sehen die Schuld bei den Touristen selbst.

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Belastung für Natur und Einheimische

Gleichzeitig häufen sich Berichte über Müll, beschädigte Schutzhütten und rücksichtsloses Verhalten. Manche Notunterkünfte könnten künftig sogar abgebaut werden. Die Gemeinde Auronzo di Cadore und die umliegenden Orte diskutieren weitere Einschränkungen, um den Besucherstrom zu regulieren. Der Druck auf die fragile Alpenlandschaft wächst. Die Region verzeichnet seit Jahren steigende Besucherzahlen. Der Klimawandel und die zunehmende Popularität des Bergtourismus treiben die Entwicklung an. Einheimische beklagen zudem, dass Tagesgäste oft nur wegen spektakulärer Fotos in die Berge kommen, ohne Respekt vor der Natur und den traditionellen Werten der Region.

Diskussion um Gegenmaßnahmen

Die Bilder aus Misurina verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die Dolomiten stehen. Ob und wie eine nachhaltige Lösung gefunden werden kann, bleibt abzuwarten. Die Diskussionen um ein Besucherlimit oder höhere Preise für die Mautstraße halten an. Fest steht: Die Drei Zinnen, eine der berühmtesten Felsformationen der Alpen, locken jedes Jahr Hunderttausende an. Ohne wirksame Maßnahmen droht die Natur langfristig Schaden zu nehmen.

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