Der AfD-Politiker und Landtagsabgeordnete Jean-René Adam hat sein Amt als Kreisvorsitzender der AfD in der Prignitz niedergelegt. Dies gab er am Montagmorgen bekannt. Als Grund nannte Adam die hohe Arbeitsbelastung, die sich aus mehreren politischen Ämtern und Ehrenämtern ergebe. Der Rücktritt erfolgte bereits am Wochenende während einer Mitgliederversammlung, wie der „Tagesspiegel“ berichtete.
Hohe Arbeitsbelastung als Hauptgrund
Adam erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Die Arbeitsbelastung im Landtag Brandenburg, dem Kreistag Prignitz, der Gemeindevertretung Karstädt, sowie verschiedener Ehrenämter und als Kreisvorsitzender war zu hoch.“ Die mehrfache Belastung sei auf Dauer nicht mehr zu vereinbaren gewesen. Adam ist seit 2019 Mitglied des Brandenburger Landtags und engagiert sich zudem in der Kommunalpolitik.
Debatte um Stasi-Mitarbeit
Dem Rücktritt vorausgegangen war ein Prüfbericht einer Kommission, der sich mit einer möglichen Stasi-Mitarbeit von Landtagsabgeordneten befasste. Darin wurde Adam vorgeworfen, von 1983 bis 1984 inoffiziell für einen Bereich der Kriminalpolizei tätig gewesen zu sein, der eng mit der Stasi zusammengearbeitet habe. Adam wies die Vorwürfe zurück: „Ich habe zu keiner Zeit mit der Stasi zusammengearbeitet. (...) Ich fürchte keine Konsequenzen durch die Landtagsfraktion, da ich mir nichts vorzuwerfen habe.“
Reaktionen auf den Rücktritt
Die AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg äußerte sich bislang nicht offiziell zu Adams Rücktritt. In der Prignitz war Adam eine umstrittene Figur. Seine politische Arbeit war immer wieder von Kontroversen begleitet. Mit seinem Rücktritt verliert die AfD in der Region einen erfahrenen Kommunalpolitiker.



