Ost-YouTuber Alexander Prinz: AfD ist die Axt im Walde – Wut im Osten
Alexander Prinz: AfD als Axt im Walde – Wut im Osten

Der Autor und Influencer Alexander Prinz, bekannt als „Der dunkle Parabelritter“ aus Halle (Saale), spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über den Aufstieg der AfD im Osten. Er glaubt nicht, dass die Partei vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September 2024 noch aufzuhalten ist. „Diese Partei wird ja gerade deshalb gewählt, weil sie wie die Axt im Walde unterwegs ist. Ihr Motto lautet: Eine gegen alle anderen“, so Prinz.

AfD als Sammelbecken für Unzufriedene

Prinz betont, dass die AfD solange das Sammelbecken für all jene bleibe, die die Axt an den Staat anlegen wollen, wie die anderen Parteien keine spürbar bessere Politik machten. „Die Leute wollen sehen, dass es knallt“, sagt er. Der Influencer kritisiert, dass die Politik viel zu spät reagiere: „Man kommt ein Jahrzehnt zu spät, um die Frage zu stellen: Was tun wir mit den Leuten, die AfD wählen? Man hätte sich das fragen sollen, als diese Menschen Nichtwähler waren und sich komplett von der Politik im Stich gelassen fühlten.“

Wahlkampf in Sachsen-Anhalt: Marke AfD entscheidend

Zum Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund erklärt Prinz, dieser sei zwar auch radikal, doch in Sachsen-Anhalt würde man auch einen Sack Kartoffeln wählen. „Die Leute wählen die Marke AfD.“ Durch Social-Media-Kampagnen sei Siegmund bekannter geworden, obwohl ihn kaum jemand kannte. Prinz sieht ein schwieriges Wechselspiel zwischen Medien und Provokation durch die AfD. Die Partei sei schizophren: Einerseits bürgerliche Töne, andererseits Entgleisungen. „Es ist so, als wenn man mit seinem völlig betrunkenen Nachbarn am Tresen steht, und dann rutscht ihm irgendwann der ein oder andere rechte Gedanke raus.“

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Ausgrenzung gegenüber AfD-Wählern?

Auf die Frage, ob Ausgrenzung gegenüber einer Partei mit 40 Prozent Zustimmung im Osten noch funktioniere, antwortet Prinz, dass man zu spät handle. Die Politik habe die Menschen vernachlässigt, als sie noch Nichtwähler waren. „Wenn die AfD die einzig präsente Partei ist, sei es mit einer Bürgerstunde oder einem Bierwagen beim Dorffest, ist das für die Menschen viel nahbarer und zählt viel mehr als jede Bundestagsrede, die mir auf TikTok ausgespielt wird.“

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