Der neue Linken-Chef Luigi Pantisano (46) musste sich am Dienstag im Bundestag einer hitzigen Debatte stellen. Auslöser war ein BILD-Interview, in dem Pantisano die CDU mit Faschisten gleichgesetzt hatte. Union und SPD setzten das Thema auf die Tagesordnung, um über die Äußerungen und den wachsenden Juden-Hass in der Linken zu diskutieren. Pantisano selbst verzichtete auf eine Rede, während CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann (48) deutlich wurde.
Schwere Vorwürfe von Linnemann
„Infam, geschichtsvergessen und niederträchtig“, so Linnemann über Pantisanos Aussagen. Der Linken-Chef hatte die Union in dem Interview auf eine Stufe mit Faschisten gestellt. Eine halbherzige Entschuldigung wies Linnemann zurück. Im Bundestag legte er nach: Pantisano disqualifiziere sich für jegliche politische Verantwortung. Auch SPD und Grüne kritisierten den Linken-Chef scharf. Pantisano verfolgte die Schelte grinsend und Kaugummi kauend von seinem Platz im Plenum.
Schwerdtner verteidigt Pantisano
Die Verteidigung übernahm Co-Vorsitzende Ines Schwerdtner (36). Sie räumte ein, die Aussagen seien „nicht korrekt“, betonte aber: „Er hat sich entschuldigt, das hatte Größe.“ Dann ging Schwerdtner zum Angriff über. Sie warf der Union vor, Menschen absichtlich arm zu halten: „Das ist politische Gewalt.“ Stattdessen müsse sich Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) für seine unsoziale Politik, „Hetze gegen Migranten“ und einen Pakt mit der AfD entschuldigen.
Eklat im Plenum
Immer wieder mischte sich die AfD mit Zwischenrufen ein, bis Schwerdtner schließlich die Geduld verlor. „Sie sind die Nachfahren der Verbrecher des Holocausts. Sie haben hier gar nichts zu sagen! Mein Gott!“, schrie sie in Richtung der AfD-Abgeordneten. Auf die Frage nach dem wachsenden Juden-Hass in ihrer Partei bekräftigte sie den Schutz jüdischen Lebens, fügte aber hinzu: „bei einer rechtsextremen Regierung Israels“ und betonte das „Existenzrecht Palästinas“.
Konsequenzen und Reaktionen
Die Debatte zeigt die tiefen Gräben zwischen der Linken und den anderen Fraktionen. Ob Pantisano weitere Konsequenzen fürchten muss, blieb zunächst offen. Die Union kündigte an, das Thema weiter zu verfolgen. Pantisano selbst äußerte sich nach der Sitzung nicht öffentlich.



