Streit um Brandmauer: Döpfner vs. Merz – Eskalation im Kanzleramt?
Döpfner vs. Merz: Eskalation im Kanzleramt?

Einem Bericht des Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) zufolge soll es Anfang des Jahres zu einem eskalierten Treffen zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner im Kanzleramt gekommen sein. Inhalt des Vieraugengesprächs war demnach die von der Union hochgehaltene Brandmauer zur AfD. Der Axel-Springer-Verlag weist die Darstellung als „glatte Lüge“ und „Rufmordkampagne“ zurück.

Podcast enthüllt angeblichen Disput

Die Journalistinnen Kristina Dunz und Eva Quadbeck vom RND sowie Dokumentarfilmer Stephan Lamby thematisierten in ihrem Podcast „Wenn Sie wüssten...wie die Regierung hinter den Kulissen tickt“ ein angebliches Zerwürfnis zwischen dem mächtigsten Politiker und dem einflussreichsten Medienmanager Deutschlands. Döpfner soll demnach für ein Überdenken der strikten Ausgrenzungspolitik gegenüber der AfD plädiert haben. Er sei unzufrieden mit dem Reformtempo der schwarz-roten Koalition und sehe in der Brandmauer ein Hindernis für stabile Regierungsbildungen und die wirtschaftliche Erholung.

Konkret soll Döpfner Merz aufgefordert haben, sich für eine Kooperation mit der AfD zu öffnen. Der Kanzler habe unmissverständlich klar gemacht: „Das wird nicht passieren. Nur über meine Leiche.“ Als der Springer-Chef nicht lockerließ, sei die Stimmung gekippt. „Hiermit ist unser Gespräch beendet“, soll Merz gesagt und Döpfner aus dem Büro verwiesen haben. Daraufhin habe der 63-Jährige gedroht: „Das werden Sie noch bereuen!“

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Springer wehrt sich gegen Vorwürfe

Der Axel-Springer-Konzern veröffentlichte auf X ein Statement, in dem er die Behauptungen als „frei erfunden“ bezeichnete. „Offensichtlich handelt es sich hier um eine lange geplante und gezielt betriebene Rufmordkampagne gegen Mathias Döpfner“, hieß es. Der Tagesspiegel konnte die Angaben nicht verifizieren. Regierungssprecher Stefan Kornelius wollte sich weder bestätigend noch dementierend äußern: „Wir können den Termin weder bestätigen noch dementieren.“

Damit wird das Treffen von beiden Seiten nicht grundsätzlich bestritten. Dass Merz sich von Medienhäusern unter Druck gesetzt fühlt, seine Haltung zur AfD zu ändern, machte er bereits im März öffentlich. Bei einer Pressekonferenz nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg betonte er: „Ich werde, auch wenn ich mittlerweile sogar aus einzelnen Verlagshäusern dazu aufgefordert werde, eine andere Mehrheit im Deutschen Bundestag nicht zu suchen. Ich werde es nicht tun.“

Brandmauer-Debatte neu entfacht

Die Diskussion um die Brandmauer könnte bald neuen Auftrieb erhalten. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt stehen im September Landtagswahlen an, bei denen die AfD Prognosen zufolge stärkste Kraft werden könnte. Regierungsbildungen an der AfD vorbei würden dann noch schwieriger. Die Frage nach dem Umgang mit der AfD und der Strategie der Brandmauer wird damit erneut auf die politische Agenda rücken.

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