Ein Jahr nach der Bundestagswahl zeigt eine neue Analyse, wo die großen Volksparteien Wähler verlieren. Die interaktive Karte des Meinungsforschungsinstituts INSA, die BILD exklusiv vorliegt, offenbart ein politisches Erdbeben. Demnach liegt die AfD bundesweit bei 29 Prozent und damit auf Platz eins – sieben Prozentpunkte vor der Union, die nur noch auf 22 Prozent kommt. Die SPD stürzt auf 15 Prozent ab.
Wahlkreis-Beben in ganz Deutschland
Die Auswertung simuliert, wie die Direktmandate in den 299 Wahlkreisen verteilt wären, wenn die aktuellen Umfragewerte einem Wahltag entsprechen würden. Das Ergebnis: Viele Direktkandidaten von Union und SPD müssten um ihre Sitze bangen. Besonders betroffen sind traditionelle Hochburgen der Volksparteien.
In einigen Wahlkreisen könnte die AfD sogar das Direktmandat gewinnen, obwohl sie 2021 noch chancenlos war. Die Karte zeigt, dass der Frust der Wähler über die Ampel-Koalition und die wirtschaftliche Lage die politische Landschaft massiv verschiebt.
AfD profitiert von Unzufriedenheit
Die AfD verzeichnet Zugewinne vor allem in Ostdeutschland, aber auch in westdeutschen Regionen mit wirtschaftlichen Problemen. INSA-Chef Hermann Binkert erklärt: „Die Menschen sind unzufrieden mit der aktuellen Politik. Die AfD profitiert von Protestwählern, die sich von den etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen.“
Die Analyse zeigt auch, dass die Grünen und die FDP in vielen Wahlkreisen Federn lassen müssen. Die Linke würde den Einzug in den Bundestag nur knapp schaffen.
Karte zeigt Risiko für jeden Wahlkreis
Die interaktive Karte ermöglicht es, für jeden der 299 Wahlkreise zu sehen, ob der aktuelle Direktkandidat sein Mandat halten könnte. Nutzer können ihren Heimatwahlkreis auswählen und sehen, wie knapp das Rennen wäre. BILDplus bietet exklusiv die Möglichkeit, die komplette Auswertung einzusehen.
Die Ergebnisse sind ein Warnsignal für Union und SPD. Sie zeigen, dass die politische Mitte bröckelt und die AfD immer mehr zur Volkspartei wird. Ob die etablierten Parteien gegensteuern können, wird sich bei der nächsten Bundestagswahl zeigen.



