Harald Martenstein, bekannt für seine tägliche Kolumne in BILD, hat sich in einem offenen Brief an ARD-Wirtschaftsjournalistin Anja Kohl gewandt. Der 72-Jährige wirft ihr vor, nach dem AfD-Parteitag in Erfurt die falschen Schlüsse gezogen zu haben.
Attacken auf Journalisten in Erfurt
Beim AfD-Parteitag Ende Juni in Erfurt kam es zu massiven Protesten. Gegendemonstranten, teils gewaltbereit, griffen Journalisten an, die für konservative Medien arbeiteten. „Junge Kollegen von uns beiden wurden gejagt und geprügelt, einem, der am Boden lag, wurde sogar auf den Kopf getreten“, schreibt Martenstein. Die Angreifer stammten aus dem linken Spektrum.
Kohls Aussage beim BR
Anja Kohl äußerte sich dazu im BR-Format „Sonntags-Stammtisch“. Sie sagte: „Es sind mehrere Journalisten am Rande der Demos dort attackiert worden mit Kopftritten von Gegendemonstranten und die AfD hat es nicht geschafft, sich öffentlich davon zu distanzieren.“ Martenstein widerspricht: „Liebe Frau Kohl, diese Kollegen wurden von Linken geprügelt, weil man sie der AfD-Nähe verdächtigte. Wenn sich jemand davon distanzieren muss, dann doch wohl eher das Milieu der Täter. Aber die denken gar nicht daran. Mehr noch: Sie würden es wieder tun.“
Martensteins Kritik an der Berichterstattung
Der Kolumnist wirft Kohl vor, in einem automatischen Denkmuster gefangen zu sein: „Sie glauben, dass die Linken ganz automatisch immer die Guten und Opfer sind, die Rechten sind immer die Bösen und Täter.“ Er vergleicht die Welt mit der Börse: „Manchmal irgendwie überraschend. Man muss genau hinschauen.“ Er wünscht ihr „gute Besserung“ von ihrer Verwirrung.



