Stichwahl in Ostprignitz-Ruppin: SPD gegen AfD um Landratsposten
Stichwahl Ostprignitz-Ruppin: SPD gegen AfD

Die Entscheidung über den künftigen Landrat im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin fällt heute in einer Stichwahl. Dabei stehen sich der amtierende SPD-Landrat Ralf Reinhardt und der AfD-Landtagsabgeordnete Torsten Arndt gegenüber. Sollte Arndt gewinnen, wäre dies das erste Mal, dass die AfD einen Landrat in Brandenburg stellt.

Hintergrund der Stichwahl

Der erste Wahlgang am 7. Juni brachte noch keine absolute Mehrheit. Reinhardt erzielte 34,7 Prozent der Stimmen, Arndt folgte mit 30,3 Prozent. Der parteilose Einzelbewerber Thomas Kresse erreichte 23,9 Prozent, Ronald Mundt von der Freien Wählergemeinschaft Prignitz-Ruppin kam auf 11,1 Prozent. Da keiner der Kandidaten die erforderliche Mehrheit erhielt, ist nun eine Stichwahl nötig.

Für Reinhardt wäre eine Wiederwahl die dritte Amtszeit als Landrat. Der 57-jährige Politiker ist seit 2014 im Amt. Arndt, Mitglied des Brandenburger Landtags, könnte hingegen Geschichte schreiben: Ein Sieg würde der AfD den ersten Landratsposten im Bundesland bescheren.

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Einschätzung des Verfassungsschutzes

Der Brandenburger Verfassungsschutz stuft den AfD-Landesverband als gesichert rechtsextremistisch ein. Dies unterstreicht die Brisanz der Wahl. Bislang gelang der AfD in Brandenburg nur bei der Bürgermeisterwahl in Zehdenick ein Erfolg, wo René Stadtkewitz im Mai gewann.

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) rief zum Boykott der Stichwahl auf. Der Kreisverband empfahl den Wählern, entweder nicht zur Wahl zu gehen oder beide Bewerber auf dem Stimmzettel zu streichen, was die Stimme ungültig machen würde. „Wir lehnen beide Kandidaten ab“, hieß es in einer Mitteilung.

Bedeutung der Wahl

Die Stichwahl in Ostprignitz-Ruppin ist die sechste und letzte Landratswahl in Brandenburg in diesem Jahr. Ein Sieg der AfD würde nicht nur den Landkreis, sondern auch die politische Landschaft des Bundeslandes verändern. Die SPD hofft auf einen Erfolg Reinhardts, um ihre Position zu stärken.

Die Wahlbeteiligung wird mit Spannung erwartet. Im ersten Durchgang lag sie bei etwa 48 Prozent. Beobachter rechnen mit einer ähnlichen oder leicht höheren Beteiligung, da die Stichwahl oft polarisiert.

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