Bundesanwaltschaft: Zwei mutmaßliche Unterstützer rechter Terrorgruppe in U-Haft
Zwei mutmaßliche Helfer rechter Terrorgruppe in U-Haft

Die Bundesanwaltschaft hat zwei mutmaßliche Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe „Letzte Verteidigungswelle“ festnehmen lassen. Die beiden deutschen Staatsbürger wurden in Thüringen gefasst und sitzen in Untersuchungshaft. Die Karlsruher Behörde wirft ihnen versuchten Mord, versuchte Brandstiftung mit Todesfolge und versuchte schwere Brandstiftung in Mittäterschaft vor, wie es in einer Mitteilung heißt.

Versuchter Brandanschlag auf Asylbewerberunterkunft

Die Tat ereignete sich Anfang Januar 2025. Die Verdächtigen sollen gemeinsam mit Komplizen versucht haben, eine bewohnte Asylbewerberunterkunft in Schmölln im thüringischen Landkreis Altenburger Land in Brand zu setzen. „Dazu schlug die Gruppe ein Fenster ein und versuchte, mit einer Feuerwerksbatterie entzündete Pyrotechnik in das Innere des Gebäudes zu schießen“, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Ein Feuer brach jedoch nicht aus.

Die Beschuldigten sind dringend verdächtig, als Jugendliche mit Verantwortungsreife eine inländische terroristische Vereinigung unterstützt zu haben. Beamte des Bundeskriminalamts nahmen sie mit Unterstützung von Thüringer Polizeikräften am Mittwoch und Donnerstag im Landkreis Altenburger Land und in Gera fest. Ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs setzte die Haftbefehle in Vollzug.

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„Letzte Verteidigungswelle“ im Visier der Behörden

Die Gruppe „Letzte Verteidigungswelle“ steht schon länger im Fokus der Bundesanwaltschaft. Bereits im Mai 2025 hatten die obersten Strafverfolger fünf mutmaßliche Anhänger festgenommen, die damals zwischen 14 und 21 Jahre alt waren. Drei weitere Verdächtige saßen zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft. Alle acht stehen mittlerweile vor dem Oberlandesgericht in Hamburg. Mitte März 2025 ging die Bundesanwaltschaft erneut mit einer bundesweiten Razzia gegen die Gruppe vor.

Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft versteht sich die „Letzte Verteidigungswelle“ als letzte Instanz zur Verteidigung der „Deutschen Nation“. Ihr Ziel sei es, durch Gewalttaten – vor allem gegen Migranten und politische Gegner – einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen. Dazu zählten insbesondere Brand- und Sprengstoffanschläge auf Asylbewerberheime und linke Einrichtungen.

Rassenkrieg als Ziel

In einem Beschluss des Bundesgerichtshofs vom Juli 2025 heißt es, die Mitglieder hätten geplant, „einen Rassenkrieg auszulösen, bei dem zum Erhalt der 'weißen Rasse' eine Gewaltspirale von Reaktion und Gegenreaktion in Gang gesetzt werden sollte, um im Ergebnis die liberale Demokratie zu beseitigen“. In sozialen Medien sollen sie rassistische und antisemitische Nachrichten verbreitet sowie das „Dritte Reich“ und den Nationalsozialismus glorifiziert haben.

Die beiden nun Festgenommenen werden demnächst einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Die Ermittlungen dauern an.

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