Der belgische Fußballverband (RBFA) hat nach dem 4:1-Sieg im WM-Achtelfinale gegen die USA in den sozialen Medien scharf gegen die USA und Präsident Donald Trump nachgelegt. Auf X postete der Verband ein Bild von Torschütze Romelu Lukaku, der eine Hand ans Ohr hält, mit der Bildunterschrift: „Overturn this“ – auf Deutsch: „Hebt das auf“ oder „Macht das rückgängig“. Damit spielte der Verband auf Trumps Intervention bei der FIFA an, die zur Aufhebung der Rot-Sperre für US-Stürmer Folarin Balogun geführt hatte.
Hintergrund: Trumps Anruf bei Infantino
US-Präsident Trump hatte persönlich beim FIFA-Präsidenten Gianni Infantino angerufen und gebeten, die Sperre von Balogun zu überprüfen. Balogun hatte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nach einem Foul die Rote Karte gesehen und war für drei Spiele gesperrt worden. Die FIFA hob die Sperre daraufhin ohne offizielle Begründung auf, sodass Balogun gegen Belgien auflaufen konnte.
Spieler feiern mit Trump-Dance
Schon während des Spiels hatten die belgischen Spieler auf dem Platz gegen Trump gestichelt. Nach dem vierten Tor in der Nachspielzeit führten sie einen Tanz auf, der stark an den berühmten „Trump-Dance“ erinnerte und als Imitation des US-Präsidenten verstanden werden konnte. Kapitän Youri Tielemans sagte nach dem Spiel: „Wir haben uns gesagt, dass wir unsere Antwort auf dem Platz geben müssen. Genau das haben wir heute getan. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft.“
Motivationsschub durch Kontroverse
Die Kontroverse um Balogun habe dem Team zusätzliche Energie gegeben, so Tielemans. Mittelfeldspieler Nicolas Raskin ergänzte: „Ich denke, dass es im Leben immer eine gewisse Gerechtigkeit gibt. Was passiert ist, kann man nennen, wie man will, aber wir hatten nicht das Gefühl, dass es gerecht war.“ Raskin glaubt, dass dies dem Team vielleicht ein bisschen zusätzliche Energie gegeben habe.
Versöhnliche Töne zwischen Balogun und Garcia
Nach dem Spiel gab es jedoch auch versöhnliche Momente: Balogun suchte das Gespräch mit Belgiens Trainer Rudi Garcia. „Er kam zu mir, das hat mir gefallen. Er ist nicht schuld. Er hat nichts falsch gemacht. Ich schätze ihn“, sagte Garcia über die Unterredung auf dem Rasen. Die Belgier hatten vor dem Spiel angekündigt, Protest gegen die Spielwertung einlegen zu wollen, falls Balogun auflaufen sollte. Nach dem Sieg war dies nicht mehr nötig.
Ausblick: Viertelfinale gegen Spanien
Im Viertelfinale treffen die Belgier am Freitag in Los Angeles auf Europameister Spanien (21 Uhr). Das Team hofft, den Schwung aus dem umstrittenen Spiel mitnehmen zu können.



