Bericht: Israel setzt systematisch weißen Phosphor im Libanon ein
Bericht: Israel setzt systematisch weißen Phosphor ein

Vorwürfe gegen Israel: Einsatz von weißem Phosphor und Glyphosat im Libanon

Die israelische Armee steht erneut im Fokus von Kritik wegen des Einsatzes von weißem Phosphor und des Herbizids Glyphosat im Libanonkrieg. Ein aktueller Bericht der deutschen NGO Medico International und ihrer libanesischen Partnerorganisation Public Works Studio dokumentiert systematische Einsätze dieser Substanzen im Südlibanon. Während weiße Phosphor und Glyphosat nicht als chemische Waffen im Sinne des Völkerrechts gelten, ist ihr Einsatz in besiedelten Gebieten verboten.

Weißer Phosphor: Gefährliche Substanz mit schweren Folgen

Weißer Phosphor ist ein Feststoff, der sich an der Luft spontan entzündet und bis zum vollständigen Sauerstoffentzug brennt. Dabei entsteht dichter Rauch, der Atemwege und Augen reizt und schwere Brandwunden verursachen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt vor ernsten Herz-Kreislauf-Problemen, Nieren- und Leberschäden bis hin zum Koma nach Kontakt mit dieser Substanz.

Bericht: 397 Phosphorgeschosse seit Oktober 2023

Der neue Bericht von Public Works zählt 397 Phosphorgeschosse, die seit Oktober 2023 im Libanon eingesetzt wurden. Laut der Forscherin Rayan Alaeddine verfolgt der Einsatz das Ziel, „landwirtschaftlichen Boden zu vergiften und Gebiete unbewohnbar zu machen“. Bereits Anfang Juni hatte die „New York Times“ den Einsatz von weißem Phosphor im aktuellen Krieg gegen die Hisbollah verifiziert. Ein Forscher der Technischen Universität Delft wies zwischen Oktober 2023 und November 2024 insgesamt 248 Einsätze nach.

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Israels Armee verteidigt sich: Einsatz legal und nicht in dicht besiedeltem Gebiet

Die israelische Armee bestreitet nicht, weißen Phosphor im Libanon zu verwenden. Ein Sprecher erklärte, dass die IDF über Nebelwerfergranaten mit weißem Phosphor verfüge, die nach internationalem Recht zulässig seien. Diese dienten zur Erzeugung von Nebelwänden, nicht zur Zielbekämpfung oder Brandstiftung. Zudem betont die Armee, dass die Granaten nicht in dicht besiedeltem Gebiet eingesetzt würden, abgesehen von undefinierten Ausnahmefällen. Dies entspreche den völkerrechtlichen Anforderungen und gehe sogar darüber hinaus.

Völkerrechtliche Einordnung: Legalität hängt vom Verwendungszweck ab

Tatsächlich ist der Einsatz von weißem Phosphor legal, solange er nur zur Rauchbildung dient. Wird die Substanz jedoch zur Brandstiftung genutzt, fällt sie unter das dritte Zusatzprotokoll des UN-Waffenübereinkommens, das den Einsatz von Brandwaffen regelt. In diesem Fall wäre der Einsatz verboten. Grundsätzlich ist der Einsatz von weißem Phosphor in bewohntem Gebiet völkerrechtswidrig.

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