Blitz-WM in Moskau: Kadiru gegen Gassiev – Warum der Kampf angenommen wurde
Blitz-WM in Moskau: Kadiru gegen Gassiev – Warum?

Peter Kadiru (29) boxt am Samstag in der VTB-Arena in Moskau gegen WBA-Champion Murat Gassiev (32) um die Schwergewichts-WM. Der Kampf kommt kurzfristig zustande, weil Gassievs ursprünglicher Gegner Tony Yoka (34) aus Frankreich wegen einer Rückenverletzung absagen musste. Kadirus Promoter Florian Winter von Ringside Zone stellte am Freitag den Kontakt her, und Kadiru sagte sofort zu. „Peter hat sofort zugesagt“, berichtet Trainer und Entdecker Christian Morales (46). „Und ich freue mich für ihn. Der Junge hat so lange darauf hingearbeitet.“

Vom Bolzplatz zur WM-Chance

Kadiru begann im Alter von elf Jahren mit dem Boxen, als ihn sein Bruder Kevin vom Bolzplatz zur Halle des SV Polizei in Hamburg-Altona mitnahm. 2013 holte Morales ihn nach Schwerin, wo er zum Jugend-Olympiasieger und U22-Europameister wurde. Trotz der langen Zusammenarbeit redet Kadiru seinen Coach noch immer mit „Herr Morales“ und „Sie“ an. Schon vor Jahren scherzte er: „Wenn ich Weltmeister werde, dann darf ich du zu ihm sagen.“

Kurze Vorbereitung, große Herausforderung

Am Mittwoch reiste das dreiköpfige Team – Kadiru, Morales und Cutman Ugur Aydogdu – nach einem Termin in der russischen Botschaft in Berlin mit einem Blitzvisum über Istanbul nach Moskau. Die politische Lage blendet Kadiru aus. „Wir konzentrieren uns auf die sportliche Herausforderung“, sagt Morales. Die ist enorm: Gassiev ist eine K.o.-Maschine, 26 seiner 33 Siege (zwei Niederlagen) erzielte er vorzeitig. Kadiru hatte praktisch keine Vorbereitung; nach seinem K.o.-Sieg gegen Senad Gashi am 15. Mai in Mannheim legte er eine Pause ein. „Peter ist erst seit zwei Wochen wieder vollständig im Training“, erklärt Morales. „Er muss von seinen Grundlagen leben. Klar, hätten wir uns eine andere Vorbereitung gewünscht. Aber so ein Ding musst du einfach annehmen.“ Hinzu kommt eine siebenstellige Gage, die höchste seiner Karriere.

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Chancen und Perspektiven

In der Weltrangliste von Boxrec wird Kadiru (23 Siege, 1 Niederlage) auf Position 51 geführt, Gassiev auf Platz 5. Bei der WBA rückt Kadiru nach seinem Continental-Titel gegen Gashi zumindest in die Top 15 vor. „Peter ist bereit. Er macht einen aufgeräumten, fokussierten Eindruck. Dass er boxen kann, wissen wir ja“, sagt Morales. „Er kann frei heraus zu Werke gehen. Ich traue ihm eine Überraschung zu. Und fest steht schon jetzt: Der Bengel kann nur gewinnen.“ Selbst bei einer Niederlage könnte sich Kadiru durch einen beherzten Auftritt für weitere Kämpfe empfehlen. Durch den Rücktritt von Superchampion Oleksandr Usyk (39, WBC, WBA und IBF) ist Bewegung in die Schwergewichtsszene gekommen. Bislang buchten Stars wie Usyk, Anthony Joshua oder Dereck Chisora Kadiru nur als Sparringspartner – nun könnte er bald ihr Gegner werden. DAZN überträgt den Kampf ab 20.45 Uhr live.

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