Beim Nato-Gipfel in dieser Woche hat US-Präsident Donald Trump mit drastischen Worten gegen die iranische Führung gewettert. In einer spontanen Rede vor Journalisten bezeichnete er die Führung des Landes als „Abschaum“, „krank“ und „Lügner“. Trump erklärte, dass die USA und Iran in der Vergangenheit Deals geschlossen hätten, die dann von iranischer Seite vor der Presse dementiert worden seien. Die Waffenruhe mit Iran sei für ihn „vorbei“.
„Sie sind Abschaum“ – Trump eskaliert Rhetorik
„Für mich ist es vorbei. Ich will nichts mehr mit ihnen zu tun haben. Sie sind Abschaum. Wissen Sie, was Abschaum ist? Sie sind Abschaum. Das sind kranke Menschen. Sie werden von kranken Menschen angeführt. Es sind bösartige, gewalttätige Menschen. Wenn sie eine Atomwaffe hätten, würden sie sie einsetzen“, so Trump wörtlich laut einem Videotranskript des SPIEGEL. Die Aussagen fielen im Rahmen des Nato-Gipfels, bei dem auch das iranische Atomprogramm und regionale Spannungen thematisiert wurden.
Zweifel an Verhandlungen
Trump kritisierte zudem die bisherigen Verhandlungen mit Teheran. Er verwies auf seine Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner, die er als „gute Leute“ bezeichnete. Allerdings müsse sich Iran nun wieder direkt an ihn wenden. „Ich denke, das ist reine Zeitverschwendung. Wir haben einen Deal, die Gespräche laufen, wir schließen einen Deal ab. Alle sind sich einig: keine Atomwaffen. Wir schließen einen Deal ab, und sie gehen nach draußen und sprechen mit der Presse und sagen: ‚Wir haben nie darüber geredet.‘ Da stimmt etwas nicht mit denen, die sind verrückt“, so Trump.
Die iranische Führung hat bisher nicht offiziell auf Trumps Äußerungen reagiert. Allerdings mehren sich in Teheran die Stimmen, die eine harte Linie gegenüber den USA fordern. Die jüngsten US-Angriffe auf iranische Militärziele sowie die Trauerzeremonie für den verstorbenen Ayatollah Ali Khamenei haben die Spannungen weiter verschärft. Bei der Kundgebung in Teheran war zu hören: „Es wird Blut fließen.“
Auswirkungen auf den Nato-Gipfel
Trumps Ausfälle sorgten unter den Nato-Partnern für Irritation. Mehrere europäische Staatschefs äußerten sich besorgt über die Eskalation der Rhetorik. Ein Nato-Diplomat, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte: „Solche Aussagen erschweren eine diplomatische Lösung und gefährden die Stabilität in der Region.“ Die USA und Iran stehen seit Jahren im Konflikt, insbesondere wegen des iranischen Atomprogramms und der Unterstützung von Milizen im Nahen Osten.
Trump hatte bereits in der Vergangenheit mit drastischen Äußerungen gegen Iran auf sich aufmerksam gemacht. 2020 ließ er den iranischen General Qasem Soleimani töten, was beinahe zu einem offenen Krieg geführt hätte. Die jetzigen Aussagen deuten auf eine erneute Verschärfung des Tonfalls hin, während die internationale Gemeinschaft auf eine Deeskalation hofft.



