Blutige Käfigkämpfe vor Weißem Haus zu Trumps 80. Geburtstag
Blutige Käfigkämpfe vor Weißem Haus zu Trumps 80.

Washington. Fliegende Fäuste, blutverschmierte Gesichter und ein zufrieden lächelnder Donald Trump: Der US-Präsident feierte seinen 80. Geburtstag mit einem Kampfsportspektakel direkt vor dem Weißen Haus. Nur Stunden zuvor hatte er triumphierend den Abschluss eines Iran-Abkommens verkündet.

Spektakel unter dunklen Wolken

Am späten Sonntagabend hingen schwere Gewitterwolken über Washington. Dennoch strömten mehr als 4.000 Zuschauer zusammen, um die martialischen Kämpfe der Ultimate Fighting Championship (UFC) zu verfolgen. Die achteckige, käfigartige Arena war direkt vor dem Amtssitz aufgebaut. Unter den Gästen befanden sich zahlreiche Kabinettsmitglieder, Trumps Familie und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Mehr als 120.000 weitere Schaulustige wurden zu einem Fan-Fest im angrenzenden Ellipse-Park erwartet.

Trump als UFC-Fan

Der Präsident ist bekennender Fan der Mixed Martial Arts, einer oft blutigen Kampfsportart, die Techniken aus Boxen, Ringen, Kickboxen, Karate und Jiu Jitsu vereint. UFC-Boss Dana White, ein enger Freund Trumps, hatte ihn bereits im Wahlkampf unterstützt. Gemeinsam traten die beiden zu Beginn des Events auf den Balkon des Weißen Hauses. „Happy Birthday“-Rufe ertönten, die Nationalhymne wurde gespielt, und Jets flogen über die gewaltige Kuppelkonstruktion namens „The Claw“, die die Kampfarena überragte.

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Kritik und Klagen

Kritiker hatten versucht, das Event mit einer Klage zu verhindern. Sie warfen Trump vor, UFC-Boss White und dessen Unternehmen Zugang zum Weißen Haus zu gewähren, „um ein privates, gewinnorientiertes Sportevent zu veranstalten – mit all den Werbe- und Branding-Möglichkeiten, die ein solcher Zugang mit sich bringt“. Ein US-Gericht wies die Klage jedoch ab, da die Einwände zu spät eingebracht worden seien.

Bereits zu Trumps 79. Geburtstag hatte eine umstrittene Militärparade mit Panzern, Drohnen und Helikoptern stattgefunden. Offiziell war damals das 250. Gründungsjubiläum des US-Heeres der Anlass. Auch dieses Mal dient der 250. Unabhängigkeitstag der USA als offizieller Grund, obwohl dieser erst am 4. Juli gefeiert wird. Viele Amerikaner sehen darin jedoch ein persönliches Geschenk für Trump.

Stimmung vor Ort

„Immer wenn du denkst, ein Tiefpunkt sei erreicht, legt er noch einen drauf“, sagte Demonstrant Joseph Tiernan. Ganz anders empfindet Teenager Gage Mentusk: „Dass die UFC die Veranstaltung am Weißen Haus austrägt, ist mega cool.“ Er war extra aus Pennsylvania angereist. Für Trump bietet das Spektakel eine Chance, bei UFC-Fans und Teilen seiner Basis zu punkten. Seine Umfragewerte sind seit längerem schlecht, doch vor Ort war von Kritik nichts zu spüren. Militärangehörige skandierten „USA, USA“ und auch Trump persönlich erhielt Zuspruch.

Kämpfer nutzen Bühne

Kämpfer Bo Nickal bedankte sich bei Trump und White. „Es braucht schon eine ganz besondere Person, um den Mut zu haben, so etwas zu tun, und ich habe großen Respekt vor ihm“, sagte Nickal. Ein anderer Kämpfer, Josh Hokit, nutzte die Bühne für eine Verschwörungstheorie über die frühere First Lady Michelle Obama: „Michelle Obama ist ein Mann. Habe ich recht, Amerika?“

Stärke als Botschaft

Die Kämpfer im Käfig strotzen vor Kraft und Stärke – Eigenschaften, die Trump bewundert und mit denen er sich gerne identifiziert. Seit seinem Amtsantritt als ältester US-Präsident gab es immer wieder Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, ausgelöst durch Blutergüsse an den Händen oder Aufnahmen mit geschlossenen Augen. Sein Leibarzt attestierte ihm jedoch jüngst eine „exzellente Gesundheit“. Mit 80 Jahren hat Trump ein großes Interesse daran, Zweifel zu zerstreuen.

Direkt nach dem Spektakel, das sich bis in die Nacht zog, wollte Trump zum G7-Gipfel im französischen Évian aufbrechen. Dort dürften offene Fragen zur vorläufigen Iran-Übereinkunft wieder in den Fokus rücken.

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