Die US-Iran-Spannungen treiben die Ölpreise in die Höhe, doch der Aktienmarkt zeigt sich davon bislang unbeeindruckt. Börsenexperte Markus Koch kommentiert im Interview mit Handelsblatt Live: „Die Wall Street hofft, dass zurückgerudert wird.“ Trotz der geopolitischen Unsicherheit schlage sich der Markt „erstaunlich gut“.
Aktienmarkt zeigt sich robust trotz geopolitischer Risiken
Koch zufolge bestehe an der Wall Street weiterhin die Hoffnung, dass sowohl der Iran als auch die USA an einer Einigung interessiert seien. Diese Erwartung stütze die Kurse, auch wenn die Volatilität zuletzt zugenommen habe. Der Ölpreis sei zwar gestiegen, aber nicht so stark, wie man es bei einem ernsthaften Konflikt erwarten würde.
„Die Anleger setzen darauf, dass es nicht zu einer Eskalation kommt“, so Koch. Sollte es dennoch zu einer militärischen Auseinandersetzung kommen, drohten deutliche Kursverluste. Bis dahin bleibe die Stimmung jedoch vorsichtig optimistisch.
Ölpreise als Gradmesser für Konfliktrisiko
Der Anstieg der Ölpreise wird von Marktteilnehmern genau beobachtet. Ein weiterer Preisschub könnte die Inflation anheizen und die Geldpolitik der US-Notenbank erschweren. Bislang haben die Notierungen jedoch noch kein kritisches Niveau erreicht.
Koch betont, dass die Wall Street in solchen Phasen häufig auf eine Deeskalation setze. Die historische Erfahrung zeige, dass Konflikte dieser Art oft ohne größere wirtschaftliche Verwerfungen beigelegt würden. Dennoch sei Vorsicht geboten, da die Lage jederzeit kippen könne.
Auswirkungen auf andere Märkte und Sektoren
Neben dem Ölmarkt sind auch andere Rohstoffe und Währungen von den Spannungen betroffen. Der US-Dollar profitiert von seiner Rolle als sicherer Hafen, während Schwellenländerwährungen unter Druck geraten. Auch Verteidigungsaktien legten zuletzt zu, was auf eine erhöhte Risikowahrnehmung hindeute.
Die Energiebranche verzeichnet Kursgewinne, während Airlines und andere ölpreissensible Sektoren leiden. Koch empfiehlt Anlegern, breit zu diversifizieren und nicht auf eine einzelne Entwicklung zu setzen.
Fazit: Hoffnung auf diplomatische Lösung
Insgesamt überwiegt an der Wall Street die Zuversicht, dass die US-Iran-Spannungen ohne militärischen Konflikt beigelegt werden können. Sollte diese Hoffnung enttäuscht werden, drohen jedoch deutliche Kursverluste. Bis dahin bleibt der Markt in einer abwartenden Haltung.



