Bundeswehr erhält Satelliten zur Spionage und Störung feindlicher Technik im All
Bundeswehr bekommt Spionagesatelliten fürs All

100 Millionen Euro für neue Fähigkeiten im Weltraum

Die Bundeswehr erhält erstmals Satelliten, die feindliche Technik im All ausspionieren und stören können. Das Verteidigungsministerium hat dafür 100 Millionen Euro für Testmissionen bereitgestellt. Die Geräte sollen bereits im kommenden Jahr starten – vorausgesetzt, die benötigten Raketen sind rechtzeitig fertig.

Nach Informationen von SPIEGEL handelt es sich um eine neue Generation von Kleinsatelliten, die in niedrigen Erdumlaufbahnen operieren sollen. Sie sind mit Sensoren und Störsendern ausgestattet, um gegnerische Satelliten zu identifizieren, zu überwachen und im Ernstfall deren Kommunikation zu beeinträchtigen.

Technische Details und Einsatzszenarien

Die Satelliten sollen in einer Höhe von etwa 400 bis 600 Kilometern fliegen. Sie können sowohl Aufklärungsdaten sammeln als auch elektronische Gegenmaßnahmen ergreifen. Ein Sprecher des Weltraumkommandos der Bundeswehr erklärte: „Mit diesen Fähigkeiten können wir gegnerische Weltraumtechnik ausspionieren und stören, um unsere eigenen Systeme zu schützen.“

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Die ersten Testmissionen sind für 2027 geplant. Dafür werden kommerzielle Trägerraketen genutzt, deren Verfügbarkeit derzeit noch unsicher ist. Ein Vertreter des Ministeriums betonte: „Wir sind zuversichtlich, dass die Raketen rechtzeitig bereitstehen, aber wir haben auch Ausweichoptionen.“

Strategische Bedeutung für die Landesverteidigung

Die Entwicklung ist Teil der wachsenden Bedeutung des Weltraums für die militärische Sicherheit. Deutschland reagiert damit auf die zunehmende Bedrohung durch feindliche Satelliten, die Kommunikations-, Navigations- und Aufklärungssysteme stören könnten. Der Schritt folgt auf ähnliche Programme der USA, Russlands und Chinas.

Insgesamt investiert die Bundeswehr in den nächsten Jahren mehrere hundert Millionen Euro in Weltraumfähigkeiten. Die neuen Satelliten sollen Teil eines umfassenden Schutzschildes werden, der auch Abwehrmaßnahmen gegen Angriffe aus dem All umfasst.

Ausblick und nächste Schritte

Die Testmissionen werden zeigen, ob die Technologie einsatzreif ist. Bei Erfolg könnte die Bundeswehr ab 2028 regelmäßig solche Satelliten einsetzen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte: „Wir bereiten uns auf alle Szenarien vor – der Weltraum ist kein rechtsfreier Raum mehr.“

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