Die Bundeswehr schließt ihr Feldlager in Erbil und beendet damit ihren Einsatz im Nordirak. Nach Informationen des SPIEGEL endet die Ausbildung der kurdischen Peschmerga-Kämpfer abrupt, da sich die USA aus der Kurden-Metropole zurückziehen. Seit 2015 war die Bundeswehr in der Region aktiv.
Hintergrund des Engagements
Die Bundeswehr bildete seit 2015 kurdische Peschmerga-Kämpfer aus, um sie im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu unterstützen. Das Feldlager in Erbil diente als zentraler Stützpunkt für die deutschen Ausbilder. Die Mission war Teil der internationalen Koalition gegen den IS.
Gründe für den Abzug
Der Abzug der Bundeswehr erfolgt im Zusammenhang mit dem Rückzug der US-Streitkräfte aus Erbil. Die USA hatten angekündigt, ihre Truppen aus der Region abzuziehen, was die logistische Basis für die deutsche Mission entfallen ließ. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums bestätigte die Schließung des Lagers.
Auswirkungen auf die Region
Mit dem Ende der Ausbildung der Peschmerga verlieren die Kurden einen wichtigen Partner im Kampf gegen den IS. Die irakische Regierung und die kurdische Autonomieregierung müssen nun selbst für die Sicherheit in der Region sorgen. Die Bundeswehr hatte zuletzt etwa 100 Soldaten in Erbil stationiert.
Reaktionen aus Politik und Militär
„Die Schließung des Lagers ist ein herber Schlag für die Stabilität im Nordirak“, sagte ein hochrangiger Offizier der Bundeswehr. Die Entscheidung sei jedoch aufgrund der veränderten Sicherheitslage notwendig gewesen. Die SPD-verteidigungspolitische Sprecherin kritisierte den Abzug als übereilt.
Zukunft der deutschen Militärpräsenz im Irak
Die Bundeswehr prüft derzeit alternative Standorte im Irak, um die Ausbildung fortzusetzen. Ein neues Lager könnte in Bagdad oder im Süden des Landes entstehen. Allerdings sind die Verhandlungen mit der irakischen Regierung noch nicht abgeschlossen.



