Demokratie weltweit im Abwärtstrend: USA stürzen im Ranking dramatisch ab
Die Demokratie befindet sich laut einem aktuellen Forschungsbericht in vielen Ländern weltweit auf dem Rückzug. Besonders alarmierend ist die Entwicklung in den Vereinigten Staaten, wo sich die demokratischen Standards unter der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump in beispiellosem Tempo verschlechtern.
Globaler Demokratie-Rückgang in fast jedem vierten Land
Das Institut „Varieties of Democracy“ an der schwedischen Universität Göteborg hat in seinem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht festgestellt, dass die Demokratie im Jahr 2025 in fast jedem vierten Land weltweit auf dem Rückzug war. Für die Untersuchung wurden 179 Länder anhand von 600 verschiedenen Einzelindikatoren analysiert, wobei mehr als 4.000 Experten zu Demokratie-Indikatoren befragt wurden.
Die größten globalen Rückgänge stellten die Forscher im Bereich der Meinungsfreiheit fest. Darüber hinaus seien auch die Rechtsstaatlichkeit und die Gewaltenteilung in zahlreichen Ländern zunehmend gefährdet. Diese Entwicklung betrifft nicht nur autoritäre Regime, sondern auch etablierte Demokratien.
USA: Rasante Autokratisierung unter Trump
In Westeuropa und Nordamerika habe sich der Zustand der Demokratie 2025 auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als fünf Jahrzehnten befunden. Die Forscher führen dies vor allem auf die fortschreitende Autokratisierung in den USA zurück. Die zweite Amtszeit von Präsident Donald Trump lasse sich als „rasche und aggressive Konzentration der Macht im Präsidentenamt“ beschreiben.
Die Demokratie in den USA verschlechtere sich in beispiellosem Tempo, so die Wissenschaftler. Konkret kritisieren sie:
- Die Untergrabung institutionalisierter Kontrollmechanismen
- Die Politisierung des öffentlichen Dienstes und der Aufsichtsbehörden
- Einschüchterungsversuche gegenüber der Justiz
- Angriffe auf Pressefreiheit, Wissenschaft, Bürgerrechte und abweichende Meinungen
Deutschland auf Platz 15 im Demokratie-Ranking
Im Demokratie-Index der Forscher sind die USA innerhalb eines Jahres dramatisch vom 20. auf den 51. Platz abgerutscht. An der Spitze des Rankings stehen weiterhin die skandinavischen Länder:
- Dänemark
- Schweden
- Norwegen
Deutschland belegt in der aktuellen Untersuchung den 15. Platz und gehört damit weiterhin zu den stabilen Demokratien, muss sich jedoch den Herausforderungen des globalen Demokratie-Rückgangs stellen.
Der seit 2017 jährlich veröffentlichte Bericht des Göteborger Instituts dient als wichtiger Indikator für die weltweite Demokratieentwicklung. Die Forscher bewerten anhand ihrer umfangreichen Datenerhebung, ob sich ein Land demokratisiert oder autokratisiert – eine Unterscheidung, die in der aktuellen globalen politischen Landschaft von zunehmender Bedeutung ist.



