Deschamps vor Abschied: Goldener Abschluss als Frankreich-Trainer
Deschamps vor Abschied: Goldener Abschluss als Coach

Didier Deschamps steht kurz vor seinem Abschied von der französischen Nationalmannschaft und hofft auf einen Abgang mit Titel. Nach 14 Jahren gibt er nach der WM seine Verantwortung als Trainer ab. „Ich bin mir bewusst, dass ich viele Momente zum letzten Mal erlebe. Das ist ein besonderes Gefühl“, sagte Deschamps auf einer Pressekonferenz vor einigen Wochen. Für die Zukunft liebäugelt der 57-Jährige mit einem Trainerposten im Nachbarland Italien.

Erfolgreiche Ära mit Höhen und Tiefen

Deschamps kann auf eine beeindruckende Erfolgsgeschichte mit der Équipe Tricolore zurückblicken. Nationalspieler Kylian Mbappé würdigte die Mentalität seines Trainers: „Die beste Art, ihm Tribut zu zollen, ist die WM zu gewinnen, denn er liebt es zu gewinnen.“ Im Auftaktspiel gegen Senegal am vergangenen Dienstag legten Mbappé und seine Mannschaftskollegen gut vor. „Les Bleus“ gewannen in New York mit 3:1, und Mbappé schoss sich mit seinen Nationalmannschaftstoren 57 und 58 an die Spitze der ewigen französischen Torschützentabelle. Deschamps zeigte sich zufrieden: „Es ist immer gut, das erste Spiel zu gewinnen.“

Die Mannschaft von Deschamps scheiterte bei der WM 2014 im Viertelfinale am späteren Weltmeister Deutschland mit einem 0:1. Doch bei der EM 2016 erreichte das Team das Finale, in dem Portugal Les Bleus in der Verlängerung bezwingen konnte. 2018 holten Deschamps und seine Mannschaft in Russland den Weltmeistertitel, was ihm später den Titel des Fifa-Trainers des Jahres einbrachte – genau 20 Jahre, nachdem Deschamps als Spieler selbst Weltmeister wurde, als Kapitän der Nationalelf. Auch 2022 bestritt Frankreich das Finale gegen Argentinien, unterlag jedoch im Elfmeterschießen. Zur diesjährigen WM nimmt Deschamps zehn Spieler mit, die sowohl 2018 als auch 2022 dabei waren – gute Voraussetzungen für einen weiteren Titel.

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Präsidiale Würdigungen und Spekulationen um Italien

Der französische Präsident Emmanuel Macron zeigte sich in einem Zeitungsinterview Anfang Juni nostalgisch über den Abschied von „DD“. Er würdigte die „ruhige Kraft“ des Trainers. Der gebürtige Bayonnais ziehe es vor, zu gewinnen, anstatt zu gefallen, so Macron. Er stehe stellvertretend für die französische Mentalität, niemals aufzugeben. Am 2. Juni statteten der Präsident und seine Frau dem Nationalteam im Trainingslager einen Besuch ab, um der Mannschaft viel Erfolg zu wünschen.

Deschamps gilt nicht nur als guter Taktiker, sondern bereitet seine Mannschaft auch mental exzellent auf Turniere vor. Immer wieder ist von guter Stimmung im Team zu hören. Doch nach schwachen Leistungen der Nationalelf 2021 und 2024 galt er nicht mehr als unangefochten. Anfang 2025 gab er seinen Rücktritt bekannt. „Ich verbiete mir für die Zukunft nichts“, meinte der Erfolgstrainer bei einer Pressekonferenz im Mai. Er wird unter anderem als zukünftiger Coach der in der Krise steckenden italienischen Nationalmannschaft gehandelt. Die Italiener haben sich nach 2018 und 2022 auch dieses Jahr nicht für die WM qualifiziert. Ein Trainer mit Titel-Erfahrung könnte helfen, die italienische Nationalelf zurück auf die Erfolgsspur zu bringen.

Mbappé reagiert mit Humor auf Wechselgerüchte

Nationalspieler Mbappé hofft, dass Deschamps nicht noch einmal mit einer anderen Mannschaft bei einer WM antritt. Er kommentierte die Gerüchte mit Humor: „Ich setze ihn unter Druck. Ich habe gesehen, dass über Italien gesprochen wurde, das wäre schrecklich.“ Deschamps kennt sich im italienischen Fußball aus; er hat selbst fünf Jahre für Juventus Turin gespielt und den Klub eine Saison lang trainiert. „Ich werde mein Italienisch wieder auffrischen, man weiß ja nie“, entgegnete Deschamps den Spekulationen. Ein Dementi der Gerüchte sieht anders aus. „Ich bin verfügbar, das weiß jeder“, fügte „DD“ in der Pressekonferenz hinzu – ein unmissverständlicher Wink in Richtung Nazionale.

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