Deutschland und Frankreich definieren Kriterien für digitale Souveränität
Digitale Souveränität: Deutschland und Frankreich einigen sich

Deutschland und Frankreich haben sich auf gemeinsame Kriterien für digitale Souveränität geeinigt. Dies gab das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz bekannt. Die beiden Länder wollen damit ihre technologische Unabhängigkeit stärken und die Abhängigkeit von nicht-europäischen Anbietern reduzieren.

Hintergrund der Initiative

Die Initiative ist Teil der europäischen Bemühungen, die digitale Souveränität zu erhöhen. Insbesondere in den Bereichen Cloud-Computing, künstliche Intelligenz und Dateninfrastrukturen sollen gemeinsame Standards entwickelt werden. Ziel ist es, eine europäische Technologieautonomie zu erreichen, die sowohl wirtschaftliche als auch sicherheitspolitische Aspekte berücksichtigt.

Konkrete Maßnahmen

Die Kriterien umfassen unter anderem Anforderungen an die Datensicherheit, Interoperabilität und die Nutzung offener Standards. Zudem sollen gemeinsame Beschaffungsprojekte für Cloud-Dienste und andere digitale Infrastrukturen vorangetrieben werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Förderung europäischer Cloud-Anbieter wie Gaia-X.

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Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit: „Nur gemeinsam können wir unsere digitale Souveränität sichern und die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken.“ Auch Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire unterstrich die Notwendigkeit einer koordinierten europäischen Strategie.

Reaktionen aus der Wirtschaft

Die Industrie begrüßt die Initiative grundsätzlich, weist jedoch auf die Herausforderungen hin. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) betont, dass die Kriterien praxistauglich sein müssten und nicht zu neuen Handelshemmnissen führen dürften. Auch die Bedeutung von Investitionen in Forschung und Entwicklung wird hervorgehoben.

Kritiker warnen vor einer zu starken Abschottung vom Weltmarkt. Sie argumentieren, dass eine vollständige digitale Souveränität in einer globalisierten Wirtschaft kaum erreichbar sei und zu höheren Kosten führen könne. Die Bundesregierung hält dagegen, dass es um strategische Autonomie und nicht um Protektionismus gehe.

Nächste Schritte

Die Kriterien sollen nun in die EU-Digitalstrategie einfließen. Deutschland und Frankreich planen, weitere EU-Mitgliedstaaten für die Initiative zu gewinnen. Im Herbst soll ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt werden, das konkrete Umsetzungsschritte enthält.

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