DIW-Chef Fratzscher: Renten-Vorschläge nicht ausreichend
DIW-Chef: Renten-Vorschläge nicht ausreichend

Fratzscher: Reformvorschläge zu vorsichtig

Die Vorschläge der Rentenkommission werden nach Ansicht des Top-Ökonomen Marcel Fratzscher nicht ausreichen, um die gesetzliche Alterssicherung zu stabilisieren. „Die Reformvorschläge der Rentenkommission gehen in die richtige Richtung, bleiben jedoch insgesamt zu vorsichtig“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) der „Rheinischen Post“ laut Vorabmitteilung vom Sonntag. „Den Reformvorschlägen fehlen Mut und Konsequenz, denn sie ändern auf absehbare Zeit nichts Grundlegendes an den drei größten Problemen: der hohen Altersarmut, der zu starken Belastung der jungen Generation und der Schieflage bei der Gerechtigkeit.“

Politik gefordert: Nachbesserungen nötig

Von der Bundesregierung forderte Fratzscher der Mitteilung zufolge Nachbesserungen. Die Rentenkommission mache lediglich Vorschläge, die Politik müsse die Entscheidungen treffen, sagte der Ökonom. „Die Vorschläge sollten nachgebessert werden, um vor allem die Grundrente zu stärken und armutsfester zu machen, große Einkommen und Vermögen im Alter stärker zu berücksichtigen und die Finanzierung auf nachhaltigere Füße zu stellen.“

Geplante Maßnahmen der Rentenkommission

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission will ihre Empfehlungen am Dienstag vorlegen. Sie schlägt einen grundlegenden Umbau der Alterssicherung in Deutschland vor. Wie das Handelsblatt am Samstag aus Kreisen der Kommission erfuhr, gehören dazu die weitere Heraufsetzung des Renteneintrittsalters auf 70 Jahre etwa ab den 2090er-Jahren, die Abschaffung der ungekürzten Rente ab 63 und die Einführung einer kapitalgedeckten Säule nach schwedischem Vorbild.

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Ausblick: Merz am Zug

Die Reformvorschläge werden nun politisch diskutiert. Fratzscher betonte, dass die Kommission nur den Rahmen vorgebe, die eigentlichen Entscheidungen aber in der Politik getroffen werden müssten. Die Vorschläge sollten nachgeschärft werden, um die Renten langfristig stabil zu halten und die Generationengerechtigkeit zu verbessern.

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