Der Ehemann von Italiens Familienministerin Eugenia Roccella, der 84-jährige Luigi Cavallari, wird seit Samstag nach einem Badeunfall im Lago di Vico nördlich von Rom vermisst. Nach Angaben italienischer Medien war Cavallari von einem kleinen Boot aus in den See gesprungen und anschließend nicht wieder aufgetaucht. Rettungskräfte leiteten umgehend eine großangelegte Suchaktion ein, die bislang erfolglos blieb.
Schwierige Suche unter Wasser
Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch unklar. Augenzeugenberichten zufolge war Cavallari nach seinem Sprung kurz an der Wasseroberfläche zu sehen und klagte über Unwohlsein. Das Boot trieb jedoch ab, sodass er nicht mehr erreicht werden konnte. Seitdem durchkämmen Einsatzkräfte den See mit ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugen, die mit Kamera- und Sonarsystemen ausgestattet sind. Der stellvertretende Präfekt der Provinz Viterbo, Andrea Nino Caputo, beschrieb die Suche als „besonders schwierig“. Bereits unmittelbar unter der Wasseroberfläche sei die Sicht sehr schlecht, mit zunehmender Tiefe nehme sie weiter ab und gehe nahezu gegen null. „Wir tun alles, was möglich ist“, betonte Caputo.
Hasskommentare gegen die Ministerin
Während die Suchaktion läuft, mehren sich in den sozialen Medien kritische und hasserfüllte Kommentare, die sich gegen Ministerin Eugenia Roccella richten. Einige Nutzer werfen den Behörden einen unverhältnismäßigen Einsatz vor, andere greifen die erzkonservative Politikerin persönlich an. Roccella ist vor allem wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber gleichgeschlechtlichen Ehen und Abtreibungen umstritten. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni verurteilte die Kommentare in einem Beitrag auf X als „niederträchtig und unmenschlich“. Mehrere Regierungsvertreter sowie Mitglieder der Opposition äußerten ihre Anteilnahme.
Hintergrund und Reaktionen
Der Vorfall ereignete sich am Lago di Vico, einem beliebten Ausflugsziel in der Region Latium. Die Rettungskräfte setzen neben Unterwasserfahrzeugen auch Taucher und Boote ein. Bislang gibt es keine Spur von Luigi Cavallari. Die Familie der Ministerin bittet um Privatsphäre, während die Öffentlichkeit gespannt auf Neuigkeiten wartet. Die italienische Regierung steht unter Druck, den Vorfall transparent aufzuklären.



