EU-Staaten reagieren auf US-Rückzug in der NATO
Vor dem Verteidigungsministertreffen in Brüssel zeichnet sich ab, wie die Europäer die Lücken füllen wollen, die die USA in der NATO reißen. Nach Informationen des SPIEGEL haben die USA ihre militärischen Zusagen für das Bündnis drastisch reduziert. Insbesondere Großbritannien springt nun ein, um die entstehenden Lücken zu schließen. Die Bundesregierung hält sich bislang zurück.
Briten übernehmen mehr Verantwortung
Großbritannien hat angekündigt, zusätzliche Truppen und militärisches Gerät für die NATO-Ostflanke bereitzustellen. Dies umfasst unter anderem Kampfflugzeuge und Schiffe. London signalisiert damit eine verstärkte Führungsrolle in der europäischen Verteidigung.
Deutschland zögert noch
Die Bundesregierung steht unter Druck, ebenfalls mehr Beiträge zu leisten. Bisher hat Deutschland jedoch keine konkreten Zusagen gemacht. Kritiker werfen Berlin vor, sich hinter den britischen Bemühungen zu verstecken. Die Diskussionen in Brüssel werden zeigen, ob Deutschland nachzieht.
Europäische Autonomie als Ziel
Hintergrund der Entwicklung ist der zunehmende Rückzug der USA aus der NATO unter Präsident Donald Trump. Die Europäer streben eine größere sicherheitspolitische Eigenständigkeit an. Das Treffen der Verteidigungsminister soll konkrete Schritte zur Stärkung der europäischen Säule innerhalb des Bündnisses beschließen.



