Die Fernpassstraße B179 im österreichischen Tirol ist am Samstag, den 27. Juni 2026, aufgrund einer Demonstration von Anwohnerinnen und Anwohnern zeitweise nicht befahrbar. Die Sperre der wichtigen Alpenroute zwischen Reutte und Nassereith dauert offiziell von 10 bis 12 Uhr. Die Behörden empfehlen, den Fernpass großräumig zu umfahren, da auch die lokale Ausweichroute über die Hahntennjochstraße (L 246) für zwei Stunden geschlossen wird. Der ADAC rechnet mit langen Staus vor und nach der Sperre.
Hintergrund des Protests
Die Bürgerinitiative der Anwohnenden kritisiert, dass die Region bereits heute durch das hohe Verkehrsaufkommen über den Fernpass erheblich belastet sei. In einer Mitteilung heißt es: „Die Auswirkungen auf Anwohnerinnen und Anwohner, Umwelt, Gesundheit und Infrastruktur sind täglich spürbar.“ Mit dem geplanten Fernpasspaket drohten die Belastungen mittel- und langfristig zuzunehmen. „Die effektivere Verbindung erzeugt mehr Verkehr. Nachhaltige Politik muss Verkehr vermeiden, steuern und verlagern, anstatt neue Kapazitäten zu schaffen.“
Auswirkungen auf den Reiseverkehr
Die Blockade fällt mit dem Beginn der Sommerferien in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland zusammen. Der ADAC empfiehlt Reisenden, großräumige Umfahrungen zu nutzen. Zwei Hauptalternativen stehen zur Verfügung: Die Route über Vorarlberg und den Arlberg führt über die A96 und die österreichische Rheintalautobahn A14 Richtung Tirol. Die zweite Variante führt über die A8 von München bis zum Inntal-Dreieck und dann über die A93 bei Kiefersfelden auf die Inntalautobahn A12. Wer weiter nach Italien will, kann die Brennerautobahn nehmen.
Weitere Proteste angekündigt
Bereits für den 1. August ist eine weitere Demonstration auf der Fernpassstraße geplant. Die Brennerstrecke war vor vier Wochen ebenfalls wegen einer Demonstration gegen die Verkehrsbelastung blockiert. Der Tiroler Bürgermeister Karl Mühlsteiger hatte die Sperrung der wichtigen Straße nach Italien angekündigt, um auf die Verkehrsprobleme aufmerksam zu machen.
Hintergrund: Verkehrsbelastung in Tirol
Tirol leidet seit Jahren unter starkem Transitverkehr, insbesondere auf den Alpenrouten. Die Fernpassstraße ist eine der Hauptverbindungen zwischen Deutschland und Italien. Anwohner und Umweltschutzverbände fordern eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens und lehnen Ausbauprojekte wie das Fernpasspaket ab, das zusätzliche Kapazitäten schaffen würde.
Der ADAC rät Autofahrern, die Region weiträumig zu umfahren und sich vor Reiseantritt über aktuelle Verkehrslagen zu informieren. Auch die Nutzung von Alternativrouten wie der Brennerautobahn oder der Arlbergroute wird empfohlen.



