Der frühere Außenminister und SPD-Politiker Sigmar Gabriel hat in einem Gastbeitrag für die „Bild“-Zeitung eindringlich vor einer weiteren Spaltung der Gesellschaft durch populistische Strömungen gewarnt. „Die liberale Demokratie steht unter Beschuss wie lange nicht“, schreibt Gabriel und bezieht sich dabei auf aktuelle politische Entwicklungen in Deutschland und weltweit.
Populismus als Gefahr für die Demokratie
Gabriel argumentiert, dass Populisten bewusst Ängste schüren und einfache Lösungen für komplexe Probleme anbieten. Dies führe zu einer Polarisierung, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährde. „Wir erleben eine Entfremdung zwischen Bürgern und politischen Institutionen, die von Populisten gezielt ausgenutzt wird“, so der Ex-Minister. Er verweist auf Umfragen, wonach das Vertrauen in die Demokratie in vielen Ländern sinke.
Konkrete Beispiele und Forderungen
In seinem Beitrag nennt Gabriel konkrete Beispiele, wie die Diskussion um Flüchtlinge oder die EU-Skepsis. Er fordert die etablierten Parteien auf, sich stärker um die Sorgen der Menschen zu kümmern und nicht nur auf populistische Parolen zu reagieren. „Wir müssen diejenigen zurückgewinnen, die sich abgehängt fühlen“, betont Gabriel. Dazu gehöre eine ehrliche Debatte über Migration, aber auch über soziale Ungleichheit.
Appell an die Mitte der Gesellschaft
Der SPD-Politiker richtet einen Appell an die Mitte der Gesellschaft, sich aktiv für Demokratie und Toleranz einzusetzen. „Schweigen ist keine Option. Wir müssen laut und deutlich für unsere Werte eintreten“, schreibt Gabriel. Er warnt davor, dass die Demokratie nur dann Bestand habe, wenn die Bürger bereit seien, sich zu engagieren.
Gabriel betont, dass die aktuelle Krise nicht nur eine politische, sondern auch eine kulturelle sei. Es gehe um die Frage, wie wir zusammenleben wollen. „Die Antwort kann nur sein: mit Respekt, mit Offenheit und mit dem Mut zur Wahrheit“, so der Ex-Außenminister abschließend.



