Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus schlägt Alarm: Die mutmaßlich rechten Angriffe in Cottbus schaden dem Wirtschaftsstandort in Südbrandenburg erheblich. IHK-Präsident Jens Warnken betonte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Solche Taten werfen einen Schatten auf die Region und gefährden das Vertrauen von Menschen, Unternehmen und Investoren. Das Bild eines offenen, sicheren und zukunftsorientierten Wirtschaftsstandorts wird dadurch massiv beschädigt.“
Brandanschlag auf alternatives Wohnprojekt
In der Nacht zum Donnerstag wurden Molotow-Cocktails auf das alternative Wohnprojekt „Zelle 79“ in Cottbus geworfen. Der Staatsschutz und eine Mordkommission ermitteln wegen des Verdachts des versuchten Mordes. Zudem prüft die Polizei eine Brandstiftung in der Nähe des alternativen Clubs „Chekov“, wo eine Zaunlatte brannte. In derselben Nacht wurde auch eine Scheibe am Büro der Grünen in Cottbus zerstört. Ob ein Zusammenhang zwischen diesen Taten besteht, wird derzeit untersucht.
Wirtschaft im Strukturwandel
Cottbus befindet sich mitten im Strukturwandel, bedingt durch den Ausstieg aus der Kohleverstromung. Großprojekte wie die neue Universitätsmedizin und das Bahnwerk sorgen für einen hohen Fachkräftebedarf. Warnken erklärte: „Als Vertreter der regionalen Wirtschaft verurteilen wir diesen Anschlag aufs Schärfste. Gewalt und Einschüchterung dürfen in unserem Land keinen Platz haben und können niemals Mittel politischer oder gesellschaftlicher Auseinandersetzung sein.“
Gemeinsames Vorgehen gefordert
Warnken rief Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft zu einem entschlossenen gemeinsamen Vorgehen auf. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass Gewalt und Rechtsextremismus geduldet würden. Die IHK sieht die Gefahr, dass Investoren das Vertrauen in die Region verlieren könnten, was die wirtschaftliche Entwicklung zusätzlich belasten würde.



