Innenminister wollen gegen Attentäter-Fanszene im Netz vorgehen
Innenminister gegen Attentäter-Fanszene im Netz

Die Innenminister der deutschen Bundesländer wollen entschlossener gegen die Verherrlichung von Rechtsterroristen im Internet vorgehen. Hintergrund ist die wachsende Sorge vor Nachahmungstaten, die durch die zunehmende Verehrung von Massenmördern in Online-Foren und sozialen Netzwerken befördert wird. Nach Informationen des SPIEGEL richten sich die geplanten Maßnahmen gezielt auch gegen Kinder und Jugendliche, die in diesen sogenannten Attentäter-Fanszenen aktiv sind.

Teenager feiern Massenmörder im Netz

Bereits Teenager beteiligen sich an der Glorifizierung von Rechtsterroristen wie dem Attentäter von Christchurch, der 2019 in Neuseeland 51 Menschen erschoss. In einschlägigen Foren und auf Plattformen werden Täter als Helden gefeiert, ihre Taten als Vorbild dargestellt. Diese Entwicklung bereitet den Sicherheitsbehörden große Sorgen, da sie das Risiko von Nachahmungstaten erhöht. Die Innenminister der Länder haben daher auf ihrer jüngsten Konferenz beschlossen, die Bekämpfung dieser Szene zu intensivieren.

Geplante Maßnahmen gegen die Fanszene

Zu den geplanten Schritten gehören eine verschärfte Überwachung einschlägiger Online-Aktivitäten sowie die schnellere Löschung von verherrlichenden Inhalten. Zudem sollen die Strafverfolgungsbehörden enger mit den Betreibern sozialer Netzwerke zusammenarbeiten, um Urheber solcher Beiträge zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Ein besonderer Fokus liegt auf der Prävention bei Minderjährigen: Durch Aufklärungsprogramme und die Zusammenarbeit mit Schulen soll verhindert werden, dass Jugendliche in die Extremismus-Szene abrutschen.

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Zahlen und Fakten zur Bedrohungslage

Laut Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) hat die Zahl der Fälle von verherrlichender Darstellung rechtsextremer Straftaten im Internet in den letzten Jahren zugenommen. Allein im Jahr 2025 wurden über 1.200 einschlägige Delikte registriert, ein Anstieg von rund 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen. Besonders alarmierend ist, dass in etwa einem Drittel der Fälle die Täter jünger als 18 Jahre alt waren.

Reaktionen aus der Politik

Der niedersächsische Innenminister Daniela Behrens (SPD) betonte: „Wir dürfen nicht zulassen, dass das Internet zu einer Brutstätte für die Verherrlichung von Gewalttaten wird. Die geplanten Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt, um insbesondere junge Menschen vor Radikalisierung zu schützen.“ Auch der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) unterstützt das Vorgehen: „Die Attentäter-Fanszene ist eine reale Gefahr. Wir müssen mit aller Härte des Rechtsstaats gegen sie vorgehen.“

Herausforderungen bei der Umsetzung

Die geplanten Maßnahmen stoßen jedoch auch auf Kritik. Datenschützer warnen vor einer zu weitreichenden Überwachung des Internets. Zudem stellt sich die Frage, wie eine effektive Kontrolle ohne Einschränkung der Meinungsfreiheit möglich ist. Die Innenminister wollen daher einen ausgewogenen Ansatz verfolgen, der sowohl die Sicherheit als auch die Grundrechte wahrt. Die konkreten gesetzlichen Änderungen sollen bis zum Herbst dieses Jahres erarbeitet werden.

Internationale Zusammenarbeit

Da die Verherrlichung von Rechtsterroristen oft grenzüberschreitend stattfindet, setzen die Innenminister auch auf eine verstärkte internationale Kooperation. Insbesondere mit den Sicherheitsbehörden in Neuseeland, Australien und den USA soll der Austausch von Informationen und bewährten Verfahren intensiviert werden. Ziel ist es, ein gemeinsames Vorgehen gegen die globale Attentäter-Fanszene zu entwickeln.

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