Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat seine Sanktionen gegen russische Sportlerinnen und Sportler vorerst weitgehend aufgehoben. Die bisher geltenden Beschränkungen für die Teilnahme an internationalen Wettbewerben, einschließlich der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles, wurden außer Kraft gesetzt. Dies gab die IOC-Führung in Lausanne bekannt. Allerdings bleibt offen, ob russische Athleten und Teams bei den Sommerspielen in Los Angeles wieder unter eigener Flagge und mit eigener Hymne antreten dürfen. Diese Entscheidung soll zu einem späteren Zeitpunkt getroffen werden.
IOC kassiert Empfehlungen nach drei Jahren
Mit diesem Schritt hat das IOC seine eigenen Empfehlungen an die Ausrichter internationaler Sportveranstaltungen zur Zulassung von Russen nach drei Jahren zurückgenommen. Auch die Sperre des Russischen Olympischen Komitees (ROC) wurde vorläufig aufgehoben, da nach Einschätzung des IOC die rechtliche Grundlage dafür entfallen ist. Die Sanktionen gegen Russland waren ursprünglich damit begründet worden, dass das ROC gegen die Olympische Charta verstoßen habe, weil es die vier annektierten ukrainischen Gebiete Donezk, Cherson, Luhansk und Saporischschja in seine Zuständigkeit aufgenommen hatte. Das ROC hatte dieser Begründung jedoch durch einen sportjuristischen Winkelzug die Grundlage entzogen.
Hintergrund: Krieg in der Ukraine
Nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine vor mehr als vier Jahren hatte das IOC sowohl russische als auch belarussische Athleten mit Sanktionen belegt. Belarus unterstützt Russland in dem Konflikt. An den Olympischen Spielen in Paris 2024 und den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo in diesem Jahr durften nur Einzelsportler beider Nationen als neutrale Athleten teilnehmen. Bereits vor einigen Wochen hatte das IOC die Rückkehr von Athleten aus Belarus in internationale Wettbewerbe erleichtert. Nach Auffassung der Dachorganisation dürfe der Start von Athleten bei internationalen Wettkämpfen „nicht durch das Handeln ihrer Regierungen eingeschränkt werden, einschließlich der Beteiligung an einem Krieg oder Konflikt“.



