Die iranische Justiz hat angekündigt, rechtlich gegen Fußballfans vorzugehen, die beim WM-Spiel gegen Neuseeland die Nationalhymne missachtet und oppositionelle Symbole gezeigt haben. Laut dem Nachrichtenportal Nour News, das dem Sicherheitsrat nahesteht, wurden viele der Beteiligten bereits identifiziert.
Vermögenswerte bedroht
Den Fans droht die Beschlagnahmung ihrer Vermögenswerte im Iran. Auch bei den nächsten beiden WM-Spielen der iranischen Nationalmannschaft will die Justiz gegen die sogenannten „Störenfriede“ vorgehen und ähnliche Strafen verhängen. Das Spiel gegen Neuseeland in Inglewood, Kalifornien, endete 2:2.
Politische Botschaften im Stadion
Vor und im Stadion wurden immer wieder Botschaften im Zusammenhang mit dem monatelangen Krieg der USA und Israels gegen den Iran gezeigt. Anhänger und Gegner der Teheraner Führung versammelten sich. Neben der aktuellen iranischen Flagge war auch die ältere Fahne aus der Zeit vor der Islamischen Revolution zu sehen, die von der Opposition genutzt wird. Die FIFA hatte per Gerichtsbeschluss das Recht, die sogenannte „Löwe-und-Sonne“-Flagge einzukassieren.
Ein oft fotografiertes Banner trug die Aufschrift „42.000 #IranMassacre“, ein Hinweis auf die gewaltsame Niederschlagung von Protesten in Teheran Anfang des Jahres. Eine andere Gruppe zeigte ein Plakat mit der Aufschrift „Minab168“, das an 168 Tote bei einem Bombenangriff auf eine Mädchenschule im Süden Irans erinnerte. Medienberichten zufolge sollen US-Streitkräfte für den Angriff verantwortlich sein.
Pfiffe bei der Nationalhymne
Während der iranischen Nationalhymne waren laute Pfiffe zu hören. Die iranischen Spieler standen am Mittelkreis und hielten sich die Hand auf die Brust. Ein Fan sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Ich freue mich, hier die Menschen im Iran zu unterstützen, ich unterstütze nicht das Regime.“ Die iranischen Tore wurden im Stadion lautstark bejubelt.



