Iran-Krieg bremst Luftverkehr in Deutschland: Angebot stagniert
Iran-Krieg bremst Luftverkehr: Angebot stagniert

Flugstreichungen und hohe Kerosinpreise infolge des Iran-Krieges belasten das Luftverkehrsangebot in Deutschland erheblich. Nach Angaben des Branchenverbandes BDL stagniert das Sitzplatzangebot von Juni bis November mit knapp 142 Millionen auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Während Billigflieger und touristische Airlines drei Prozent mehr Tickets anbieten, schrumpft das Angebot der großen Netzwerk-Airlines wie Lufthansa oder Emirates um zwei bis drei Prozent. „Grund hierfür ist die Belastung der Branche durch hohe Kerosinpreise“, erklärte der BDL am Mittwoch.

Auswirkungen des Iran-Krieges auf Flugrouten

Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar fiel ein Großteil der Flüge in die Konfliktregion Nahost aus und erholte sich bis Juni nicht vollständig. Kerosin war zeitweise doppelt so teuer wie vor dem Krieg. Die Airlines reduzierten ihre Kapazitäten in die betroffenen Zielgebiete von Juni bis November um fünf Prozent, wie der BDL mitteilte. Auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland wichtige Routen nach Westeuropa schrumpfen in den kommenden sechs Monaten um fünf Prozent. Hier dürften sich auch Flugstreichungen der Lufthansa niederschlagen. Wegen gestiegener Kerosinkosten und des kurzfristig beendeten Betriebs der Zubringer-Fluglinie Cityline nahm die Kranich-Airline 20.000 Flüge aus dem Sommerflugplan. Weitere Streichungen sollen folgen, da das Kurzstrecken-Angebot der sechs europäischen Drehkreuze des Konzerns konsolidiert wird.

Vergleich mit europäischen Nachbarn

Europäische Netzwerk-Airlines mit dem Marktführer Lufthansa-Group in Deutschland bieten nach BDL-Daten bis November drei Prozent weniger Tickets an. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 beträgt die verfügbare Kapazität 81 Prozent – im übrigen Europa erreichen die Airline-Gruppen Lufthansa, Air France-KLM, der britisch-spanische Konzern IAG und andere Netzwerk-Linien eine Erholungsrate von 97 Prozent.

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Mit der ersten Stagnation des Luftverkehrs in Deutschland seit Beginn der Erholung von der Corona-Pandemie vor drei Jahren vergrößert sich der Abstand zu den übrigen europäischen Ländern. Die Branche macht dafür in erster Linie die viel höheren Standortkosten durch Steuern und Gebühren verantwortlich, die ab Juli nur geringfügig sinken werden. Deutschland hinkt beim Wachstum schon länger den europäischen Nachbarn hinterher. Der Kerosinpreisschock trifft andere europäische Märkte offenbar nicht so stark: Das Flugangebot in Europa ohne Deutschland wächst um sechs Prozent auf 116 Prozent des Niveaus von 2019.

Folgen für deutsche Verkehrsflughäfen

Die großen deutschen Verkehrsflughäfen sind von der Drosselung der Airlines betroffen. An den beiden großen Drehkreuzen Frankfurt und München wachse die angebotene Kapazität nicht mehr, erklärte der BDL. Die Prognose des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, der von rund vier Prozent Wachstum auf bis zu 66 Millionen Passagieren ausging, könnte damit überholt sein.

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