Iran-Krieg: Neue Raketenwelle auf Bahrain – USA greifen über 80 Ziele an
Iran-Krieg: Neue Raketenwelle auf Bahrain

Iran meldet neue Raketenwelle auf Bahrain

Der Iran hat nach eigenen Angaben eine neue Welle von Raketen auf den Golfstaat Bahrain abgefeuert. Wie der staatliche Rundfunk berichtete, seien die Geschosse auf den Inselstaat abgefeuert worden. In Bahrain heulten daraufhin die Sirenen, das Innenministerium rief die Bevölkerung auf X dazu auf, ruhig zu bleiben und sich in Sicherheit zu bringen. Nutzer in sozialen Medien berichteten von Raketenstarts nahe der iranischen Hafenstadt Buschehr, die etwa 300 Kilometer von Bahrain entfernt liegt.

Raketenalarm in Kuwait nach US-Angriffen

Nach den US-Angriffen auf Ziele im Iran hat Kuwait am Mittwoch seine Luftabwehr aktiviert. Die Mitteilung des kuwaitischen Militärs erfolgte, nachdem auch Bahrain von anfliegenden Geschossen berichtet hatte. Zunächst gab es keine Angaben zu möglichen Treffern in den beiden Ländern. Bahrain und Kuwait waren bereits zuvor Ziel iranischer Angriffe im Zusammenhang mit den Spannungen um die Übergangsvereinbarung zwischen dem Iran und den USA zur Beendigung des Krieges.

US-Militär beendet Angriffe – über 80 Ziele getroffen

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben über 80 Ziele im Iran angegriffen und die Attacken inzwischen beendet. Das zuständige Regionalkommando Centcom teilte mit, getroffen worden seien unter anderem Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus. Damit sei die Fähigkeit des Irans beeinträchtigt worden, den Schiffsverkehr in der Meerenge zu stören. Medienberichten zufolge waren die Angriffe diesmal vier- bis fünfmal stärker als Attacken vor rund anderthalb Wochen. Iranische Medien berichteten von Explosionen in der Hafenstadt Sirik, auf der Insel Qeschm und in der Gegend um Bandar Abbas. Nach Angaben des iranischen Senders Press TV wurden mehrere Menschen verletzt.

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Rutte: US-Angriffe auf Iran „absolut notwendig“

Nato-Generalsekretär Mark Rutte verteidigte die neuen US-Angriffe auf den Iran als Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus. Die US-Reaktion sei „absolut notwendig“ gewesen, sagte Rutte beim Nato-Gipfel in Ankara. Wenn der Iran gegen den Waffenstillstand verstoße, wie man dies mit Angriffen auf Schiffe gesehen habe, „ist eine entschiedene Reaktion der USA unerlässlich“, ergänzte der Nato-Chef. Rutte versuchte zudem, Zweifel an der Bündnistreue von US-Präsident Donald Trump zu zerstreuen. „Es gibt ein uneingeschränktes Bekenntnis der Vereinigten Staaten zur Nato“, sagte er. Die Erwartung Trumps, dass die Bündnispartner ihre Verteidigungsausgaben angleichen, bezeichnete Rutte als „vollkommen fair“.

Iran droht USA mit Reaktion

Der Iran hat nach den jüngsten US-Angriffen mit einer Reaktion gedroht. Das iranische Oberkommando der Streitkräfte erklärte, es werde „entschlossen auf diese Aggression und diesen terroristischen Akt reagieren“. „Unter keinen Umständen werden die iranischen Streitkräfte eine Einmischung in Angelegenheiten der Straße von Hormus zulassen oder anderen gestatten, sie zu kontrollieren“, hieß es weiter. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb auf X: „Die Zeit der Einschüchterung und Erpressung ist vorbei. Sie führt zu nichts. Wir knicken nicht ein.“ Außenminister Abbas Araghchi stellte klar, dass Verhandlungen über ein endgültiges Abkommen nicht beginnen würden, solange die Drohungen aus Washington andauerten.

Iran: USA verstoßen gegen Rahmenabkommen

Der Iran hat die erneuten Angriffe der USA als Verstoß gegen das Rahmenabkommen verurteilt. Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi schrieb auf X, das Vorgehen der USA – Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft zu setzen sowie die daraufhin erfolgten Angriffe – stelle einen „schwerwiegenden Verstoß“ gegen das Abkommen dar. Nach Attacken auf mehrere Tanker in der Straße von Hormus hatte das US-Militär Ziele im Iran angegriffen. Zuvor hatte das US-Finanzministerium eine Ausnahmegenehmigung für iranische Ölexporte widerrufen. Die Ölpreise zogen daraufhin deutlich an, die Nordseesorte Brent und die US-Sorte WTI verteuerten sich um jeweils mehr als drei Prozent.

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Amnesty fordert internationalen Druck auf Iran

Sechs Monate nach der blutigen Niederschlagung der Proteste im Iran hat Amnesty International weltweiten Druck auf die Regierung in Teheran gefordert. „Die internationale Gemeinschaft hat es versäumt, die Verbrechen gegen die iranische Bevölkerung aufklären zu lassen und sich glaubhaft für eine internationale Strafverfolgung einzusetzen“, sagte Julia Duchrow, Generalsekretärin der Menschenrechtsorganisation in Deutschland. Amnesty appellierte an die internationale Gemeinschaft, die „systemische Straflosigkeit und Menschenrechtskrise“ im Iran auf die Agenda zu setzen, und forderte Deutschland auf, auf Grundlage des Weltrechtsprinzips Ermittlungen aufzunehmen.

Angriff auf LNG-Tanker aus Katar

Ein katarischer Flüssiggas-Tanker, die „Al Rekayyat“, wurde in der Straße von Hormus von einem Geschoss getroffen und schwer beschädigt. Nach Angaben von Insidern brach an Bord ein Feuer aus, die Besatzung wurde evakuiert. Die britische Seefahrtsbehörde UKMTO bestätigte den Angriff. Katar bestellte daraufhin den iranischen Vize-Botschafter ein und erklärte, der Iran sei „rechtlich voll verantwortlich“. Es ist das erste Mal seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar, dass ein mit Flüssigerdgas beladener Tanker aus Katar getroffen wird.

IDF: Hisbollah-Mitglied im Südlibanon getötet

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben bei einem Schusswechsel im Südlibanon ein Hisbollah-Mitglied getötet. Der „Terrorist“ sei am Vortag erschossen worden, nachdem er im Gebiet Bint Jbail das Feuer auf israelische Soldaten eröffnet habe, teilten die Streitkräfte auf ihrem Telegram-Kanal mit. Die IDF erklärten, sie würden weiterhin Maßnahmen ergreifen, um jegliche Bedrohung für ihre Truppen zu beseitigen.