Iran-Krieg: Vance meldet Fortschritte, Iran signalisiert Atomverzicht
Iran-Krieg: Vance meldet Fortschritte bei Verhandlungen

US-Vizepräsident J.D. Vance hat nach der ersten Verhandlungsrunde mit dem Iran in der Schweiz von Fortschritten berichtet. „Wir haben in den vergangenen Stunden großen Fortschritt gemacht und werden weitere Fortschritte machen“, sagte Vance vor der Presse. Gleichzeitig signalisierte Irans Präsident Massud Peseschkian einen schriftlichen Verzicht auf Atomwaffen. Die Straße von Hormus bleibt nach iranischen Angaben weiter gesperrt. Bei neuen israelischen Angriffen im Libanon kamen mindestens sieben Menschen ums Leben.

Vance: Wandel im Nahen Osten angestrebt

US-Vizepräsident Vance äußerte sich nach den ersten direkten Gesprächen mit der iranischen Delegation auf dem Bürgenstock optimistisch. „Wir wollen den Nahen Osten transformieren. Der Iran war bisher ein Treiber der regionalen Instabilität. Jetzt sehen wir die Chance auf Frieden und Wohlstand“, sagte Vance. Er betonte, dass die Benzinpreise in den USA bereits sinken und Öl und Gas langsam wieder fließen. Konkrete Details zu den Verhandlungen nannte er nicht. Von iranischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme.

Iranischer Präsident bietet schriftlichen Atomwaffenverzicht an

Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat sich bereit erklärt, den USA schriftlich zu garantieren, dass der Iran künftig kein Atomwaffenprogramm verfolgen werde. „Falls notwendig, können wir schriftlich festhalten, dass wir nicht beabsichtigen, eine Atombombe zu bauen“, sagte Peseschkian laut Nachrichtenagentur Irna. Ob eine solche Zusicherung Teil der laufenden Gespräche mit den USA in der Schweiz sein wird, ließ er offen. Peseschkian verwies darauf, dass bereits der frühere oberste Führer Ali Chamenei aus religiösen Gründen die Entwicklung von Massenvernichtungswaffen abgelehnt habe. Chamenei war bei den militärischen Angriffen der USA und Israels am 28. Februar getötet worden. Die politische Führung der Islamischen Republik beteuert stets, sie strebe nicht nach Atomwaffen.

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Pause bei israelischen Angriffen im Südlibanon

Anwohner im Südlibanon berichteten von einer Pause bei den israelischen Angriffen am Sonntagmorgen. Auch von der israelischen Seite gab es keine Berichte über Beschuss durch die Hisbollah. Das israelische Militär erklärte, Anweisungen zur Einhaltung der Waffenruhe erhalten zu haben. Es handle ausschließlich defensiv, sagte ein Sprecher. Noch am Freitag und Samstag hatten sich Israel und die mit dem Iran verbündete Hisbollah heftig beschossen. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete mehr als 50 Tote bei israelischen Angriffen seit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und dem Iran am Donnerstag. Zudem kamen fünf israelische Soldaten ums Leben.

Straße von Hormus bleibt gesperrt

Kurz vor Beginn der US-iranischen Gespräche in der Schweiz bleibt die Straße von Hormus nach Berichten aus dem Iran weiter für die Schifffahrt gesperrt. Die Marine der Revolutionsgarden habe bislang keine Durchfahrtsgenehmigungen für die Meerenge erteilt, meldet die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen Insider. Die USA und der Iran hatten sich auf eine 60-tägige Waffenruhe geeinigt, um über ein Friedensabkommen zu verhandeln. Als Reaktion auf israelische Angriffe im Libanon hatten die iranischen Revolutionsgarden die Meerenge am Samstag für geschlossen erklärt. Das US-Militär hatte dagegen mitgeteilt, dass weiterhin Handelsschiffe in der Wasserstraße unterwegs seien.

Sieben Tote bei israelischen Angriffen im Libanon

Bei erneuten israelischen Luftangriffen im Libanon sind nach offiziellen Angaben mindestens sieben Menschen getötet worden. Bei einem Angriff in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes seien fünf Menschen getötet worden, darunter ein Kind, eine Frau und zwei ältere Menschen, berichtete die Staatsagentur NNA. In der Nähe der südlichen Küstenstadt Tyrus seien zudem zwei Palästinenser ums Leben gekommen. Israels Armee äußerte sich zunächst nicht zu den Berichten. Laut libanesischen Sicherheitskreisen überwachen israelische Bodentruppen einen strategisch wichtigen Hügel nahe der Stadt Nabatija, wo sich Hisbollah-Kämpfer und Kommandeure von Irans Revolutionsgarde verstecken sollen.

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Verhandlungen in der Schweiz: Nur ein Tag geplant

Die Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA im schweizerischen Bürgenstock sollen nach Angaben aus Teheran nur einen Tag dauern. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte im Staatsfernsehen IRIB, es sei nicht geplant, die Gespräche über den heutigen Termin hinaus fortzusetzen. Zunächst stünden bilaterale Treffen mit den pakistanischen und katarischen Vermittlerdelegationen an, am Nachmittag folge dann die Runde mit der US-Delegation. Neben den politischen Gesprächen sind auch Arbeitsrunden auf Expertenebene geplant, die sich unter anderem um die Freigabe blockierter iranischer Bankkonten und mögliche Sanktionserleichterungen drehen sollen.

Israel lehnt Abzug aus Sicherheitszone ab

Die israelischen Truppen werden Verteidigungsminister Israel Katz zufolge in den besetzten Gebieten im Südlibanon bleiben. „Israel wird sich nicht aus der Sicherheitszone im Libanon zurückziehen“, erklärte Katz. Obwohl nach monatelanger Eskalation der Gewalt seit Freitagnachmittag eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon gilt, hat Israel am Samstag nach eigenen Angaben Ziele der mit dem Iran verbündeten Miliz angegriffen. Dabei seien mindestens zwanzig Menschen getötet worden, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA.

Bundesregierung fordert Einhaltung der Waffenruhe

Die Bundesregierung hat alle Seiten zur Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe im Iran-Krieg aufgerufen. Man nutze die Kontakte insbesondere zu den israelischen Partnern, damit das Rahmenabkommen über die Waffenruhe mit Leben erfüllt werde, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Dazu müsse die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels aber auch „wirklich glaubhaft“ einstellen. „Und ich glaube, da sind wir noch nicht so ganz“, fügte er hinzu.