Iran meldet US-Angriffe an Südküste – ein Toter, neue Raketen auf Bahrain
Iran meldet US-Angriffe an Südküste – ein Toter

Die USA haben ihre Bombardierungen im Iran fortgesetzt. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Tasmin schlugen nahe der Hafenstadt Buschehr mindestens zwei Projektile ein. Der Vizegouverneur der Provinz Buschehr bestätigte die Angriffe. Ein Soldat der Revolutionsgarden wurde in der Stadt Mahschahr in der Provinz Chusestan getötet, wie die Elitestreitmacht über den staatlichen Rundfunk mitteilte. Es handele sich um einen Angehörigen der Flugabwehr.

Iranische Raketenangriffe auf Bahrain

Der Iran hat nach eigenen Angaben eine neue Raketenwelle auf den Golfstaat Bahrain abgefeuert. Der staatliche Rundfunk berichtete von weiteren Angriffen auf den Inselstaat. In Bahrain heulten die Sirenen; das Innenministerium rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren und Schutz zu suchen. Nutzer in sozialen Medien berichteten von Raketenstarts nahe der Hafenstadt Buschehr, die rund 300 Kilometer von Bahrain entfernt liegt.

Rutte: US-Angriffe „absolut notwendig“

Nato-Generalsekretär Mark Rutte verteidigte die US-Angriffe auf den Iran als Reaktion auf Attacken gegen Tanker in der Straße von Hormus. Die US-Reaktion sei „absolut notwendig“ gewesen, sagte Rutte beim Nato-Gipfel in Ankara. Wenn der Iran gegen den Waffenstillstand verstoße, wie bei den Angriffen auf Schiffe geschehen, „ist eine entschiedene Reaktion der USA unerlässlich“. Rutte betonte zudem das uneingeschränkte Bekenntnis der USA zur Nato und bezeichnete die Erwartung von US-Präsident Donald Trump an höhere Verteidigungsausgaben der Bündnispartner als „vollkommen fair“.

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Iran droht mit Gegenschlägen

Das iranische Oberkommando der Streitkräfte drohte nach den US-Angriffen mit einer Reaktion. Es werde „entschlossen auf diese Aggression und diesen terroristischen Akt reagieren“. Die iranischen Streitkräfte würden unter keinen Umständen eine Einmischung in Angelegenheiten der Straße von Hormus zulassen. Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb auf X: „Die Zeit der Einschüchterung und Erpressung ist vorbei. Sie führt zu nichts. Wir knicken nicht ein.“

US-Militär: Über 80 Ziele angegriffen

Das US-Militär erklärte, seine Angriffe auf Ziele im Iran seien beendet. Insgesamt seien über 80 Ziele getroffen worden, darunter Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen und mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus. Laut dem zuständigen Regionalkommando Centcom wurde dadurch die Fähigkeit des Irans beeinträchtigt, den Schiffsverkehr in der Meerenge zu stören. Medienberichten zufolge waren die Angriffe vier- bis fünfmal stärker als vor rund anderthalb Wochen.

Amnesty fordert internationalen Druck auf Iran

Sechs Monate nach der blutigen Niederschlagung der Proteste im Iran forderte Amnesty International weltweiten Druck auf die Regierung in Teheran. „Die internationale Gemeinschaft hat es versäumt, die Verbrechen gegen die iranische Bevölkerung aufklären zu lassen und sich glaubhaft für eine internationale Strafverfolgung einzusetzen“, sagte Julia Duchrow, Generalsekretärin der Menschenrechtsorganisation in Deutschland. Amnesty appellierte an die internationale Gemeinschaft, die systemische Straflosigkeit und Menschenrechtskrise im Iran auf die Agenda zu setzen, und forderte Deutschland auf, auf Grundlage des Weltrechtsprinzips Ermittlungen aufzunehmen.

Wadephul: Iran muss vernünftig verhandeln

Bundesaußenminister Johann Wadephul betonte trotz der US-Angriffe die Notwendigkeit diplomatischer Lösungen. Der Iran müsse jetzt wirklich verstehen, dass es Zeit für ernsthafte Verhandlungen sei, sagte der CDU-Politiker NDR Info. Die iranische Führung habe noch immer nicht verstanden, dass sie auf eine nukleare Bewaffnung verzichten müsse. Sie habe nun die Chance, den Krieg mit einem entsprechenden Bekenntnis und vernünftigen Verhandlungen zu beenden.

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