Iran schließt Straße von Hormus wieder – Ärger über Libanon-Krieg
Iran schließt Straße von Hormus wieder – Ärger über Libanon-Krieg

Die erneute Schließung der Straße von Hormus durch den Iran droht die noch jungen Friedensverhandlungen mit den USA zu untergraben. Teheran begründet den Schritt am Samstag mit den fortgesetzten israelischen Militäroperationen im Südlibanon, die gegen die vereinbarte Waffenruhe verstießen. Im iranischen Staatsfernsehen hieß es, die USA hätten „eindeutig gegen ihre Verpflichtung verstoßen“, den Krieg zu beenden. Weitere Schritte seien angekündigt, falls die Aggression anhalte.

Hintergrund der Schließung

Die Öffnung der strategisch wichtigen Wasserstraße war ein Kernpunkt der Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran, die am vergangenen Wochenende ausgehandelt wurde. US-Präsident Donald Trump hatte die 14 Punkte umfassende Vereinbarung erst am Mittwoch nach dem G7-Gipfel im Schloss Versailles unterzeichnet. Sie sollte den Weg für Verhandlungen über das iranische Atomprogramm ebnen. Ursprünglich waren die Gespräche für Freitag in der Schweiz auf dem Bürgenstock bei Luzern geplant, doch US-Vizepräsident J.D. Vance trat die Reise zunächst nicht an.

Reaktionen und Verhandlungsstand

Trotz der neuen Entwicklung will die iranische Verhandlungsdelegation laut Außenministerium in die Schweiz reisen. Ein Sprecher erklärte, man werde dort die Einhaltung der Verpflichtungen durch die USA einfordern. Der Iran habe sich an die Absichtserklärung gehalten. Nach Angaben Pakistans, das vermittelt hatte, sollen die Gespräche am Sonntag stattfinden. Auch Vance deutete im Sender Fox News an, dass es am Sonntag zu Verhandlungen kommen könnte. Die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner seien bereits vor Ort.

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Israelische Angriffe trotz Waffenruhe

Hauptgrund für die iranische Entscheidung ist der anhaltende Krieg im Libanon. Obwohl die Absichtserklärung eine Einstellung der Kampfhandlungen an allen Fronten vorsieht, setzt Israels Premier Benjamin Netanjahu den Krieg gegen die Hisbollah fort. Seit Freitagnachmittag gilt eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel. Dennoch hätten israelische Kampfflugzeuge und Drohnen mehrere Ziele im Süden des Libanons und im Bekaa-Tal angegriffen, meldet die libanesische Nachrichtenagentur NNA am Samstag. Dabei sollen 16 Menschen getötet worden sein. Laut libanesischem Gesundheitsministerium sind seit Beginn des Feldzugs Anfang März mehr als 4000 Menschen ums Leben gekommen.

Netanjahus Kriegsziele

Netanjahu hat deutlich gemacht, dass er den Krieg erst als beendet ansieht, wenn die Hisbollah keine Gefahr mehr darstellt und sichergestellt ist, dass der Iran keine Atomwaffen erlangen kann. Zwar wurden die iranischen Atomanlagen nach den ersten amerikanisch-israelischen Bombardements im Juni 2025 und einer zweiten Angriffswelle schwer beschädigt. Doch besitzt der Iran noch immer 450 Kilogramm hochangereichertes Uran, das sich für die Bombenproduktion weiter anreichern ließe. Die US-Geheimdienste haben bereits gewarnt, dass Netanjahu das geplante Friedensabkommen untergraben könnte, berichtet die Washington Post.

Internationale Reaktionen

Die Bundesregierung rief alle Seiten zur Umsetzung der vereinbarten Waffenruhe auf. Man nutze die Kontakte insbesondere zu den israelischen Partnern, damit das Rahmenabkommen mit Leben erfüllt werde, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Dazu müsse die Hisbollah ihre Angriffe auf den Norden Israels aber auch „wirklich glaubhaft“ einstellen. „Und ich glaube, da sind wir noch nicht so ganz“, fügte er hinzu.

Auswirkungen auf den Welthandel

Für US-Präsident Trump ist die erneute Schließung der Straße von Hormus eine schwere Niederlage. In normalen Zeiten werden durch diese Wasserstraße täglich fast 20 Prozent des weltweiten Rohölverbrauchs transportiert. Der Iran hatte nach Kriegsbeginn nur noch ausgewählten Schiffen die Durchfahrt gewährt, die US-Marine blockierte ihrerseits den Zugang zu iranischen Häfen. Die gegenseitige Blockade führte zu schweren Turbulenzen im weltweiten Ölhandel und in der Weltwirtschaft. Trump postete am Samstag auf Truth Social, die USA hätten sich nicht aus Verzweiflung auf die Friedensgespräche eingelassen, die Iraner schon. Die Iraner seien „fertiggemacht“, schrieb er in Großbuchstaben.

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